Schulstart für 1,2 Millionen Kinder und 170.000 Lehrkräfte in Flandern

Das neue Schuljahr steht im Zeichen der Corona-Krise und verlangt von der Schulleitung, den Lehrkräften, Schülerinnen und Schülern und deren Eltern eine Umstellung. Neben der Maskenpflicht und anderen Schutzmaßnahmen gelten in Flandern ab September auch die Schulpflicht ab 5 und eine Ausbreitung des dualen Lernens im Sekundarschulunterricht.

Für die erste Schulwoche vom 1. bis 4. September gilt landesweit Code Gelb, sodass alle Kindern – nach dem ersten Lockdown Mitte März und zwei Monaten Schulferien – wieder zur Schule gehen können.

Die Schülerinnen und Schüler, Lehrkräfte und Schulpersonal haben je nach Unterrichtsstufe gewisse Regeln einzuhalten:

In der Grundschule:

-        Die Erwachsenen müssen einen Mund- und Nasenschutz in Anwesenheit anderer Erwachsenen tragen oder wenn sie nicht genügend Abstand zu den Kindern einhalten können.

-        Die Klassenzimmer müssen mehrmals am Tag gründlich gelüftet werden.

Im Sekundarschulunterricht:

-        Für die Lehrkräfte und Schüler*innen gilt Maskenpflicht in der Klasse, außer draußen und bei Sportaktivitäten.

-        Lehrkräfte müssen die Abstandsregeln untereinander und zu den Schüler*innen einhalten.

-        Gruppen/Klassen müssen voneinander getrennt bleiben und dürfen sich auch nicht in den Pausen treffen.

-        Aktivitäten außerhalb der Schule sind derzeit nicht zugelassen.

-        Die Klassenzimmer müssen mehrmals am Tag gründlich gelüftet werden.

Das flämische Bildungsministerium hat beschlossen, den Fernunterricht als Alternative zum Unterricht in der Klasse in Corona-Zeiten nicht zu fördern.

Wenn ein/e Schüler/in, eine Lehrkraft oder jemand vom Schulpersonal krank ist, muss er/sie wenigstens 7 Tage in Quarantäne. Die Klasse muss 14 Tage in Quarantäne. Die Schule muss jedoch nicht sofort geschlossen werden. Die PMS-Zentren kümmern sich um die Kontaktnachverfolgung in der Schule und alle daraus folgenden Maßnahmen.

Sofern die Corona-Epidemie unter Kontrolle bleibt, gilt Code Gelb für das gesamte Schuljahr.

Was wenn Corona in einer Region aufflackert?

Wenn erhöhte Wachsamkeit gefragt ist und der Code wegen mehrerer Infektionsherde auf Orange hochgeschaltet wird, bleibt der Vollzeitunterricht in der Grundschule und im ersten und zweiten Sekundarschuljahr in Flandern die Regel. In der mittleren und oberen Sekundarschulstufe werden die Klassen aufgeteilt und erhält ein Teil der Klasse abwechselnd eine Woche lang Fernunterricht und Unterricht im Klassenzimmer.

Neuheiten im flämischen Schulsystem

Ab September 2020 gilt die Schulpflicht bereits für das letzte Kindergartenjahr in Flandern. Das bedeutet, dass Kinder im dritten Kindergartenjahr 290 halbe Tage anwesend sein müssen (von insgesamt 320 bis 330 halbe Tage).

Die Senkung des schulpflichtigen Alters auf 5 Jahre und das dritte Kindergartenjahr setzt auch voraus, dass diese Kinder ab sofort Religions- oder Ethikunterricht erhalten.

Ab diesem Schuljahr startet in Flandern auch ein Pilotprojekt, um die Niederländischkenntnisse zu testen. Das flämische Bildungsministerium will verhindern, dass Kinder, die nicht gut genug Niederländisch sprechen, im ersten Schuljahr beginnen.

Mehr duales Lernen in der Sekundarschule

Ab diesem Schuljahr stehen Schüler*innen 140 duale Studienrichtungen zur Auswahl (statt 79 im Jahr zuvor). Duales Lernen setzt voraus, dass die Schüler*innen zur Hälfte Unterricht erhalten und zur Hälfte Erfahrungen in einem Betrieb sammeln.

Die flämische Regierung fördert auch duales Lehren und die Wechselwirkung zwischen Bildung und Arbeitsmarkt. Wer in einem Betrieb arbeitet, bekommt die Möglichkeit, halbtags zu unterrichten. 

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