App zur Kontaktverfolgung wird bald getestet - Impfstoff in Belgien ab März 2021?

Wenn alles klappt, kann ab dem 10. September in Belgien die App zur Kontaktverfolgung von möglicherweise mit Corona Infizierten getestet werden. Dies gibt Karine Moykens an, die Leiterin der Arbeitsgruppe, die diese App entwickelt. Und es steht in Belgien möglicherweise ab März 2021 ein Impfstoff gegen Covid-19 zur Verfügung. 

Karine Moykens an, die Leiterin der Arbeitsgruppe, die diese App entwickelt, sagte am Donnerstag im VRT-Sender Radio 1, dass dieses Instrument zur Kontaktverfolgung ab dem 10. September getestet werden könne: „Wir werden etwa 10.000 Personen diese App ab diesem Moment in ‚real life‘ testen lassen. So können wir sehen, ob sie die nötige Arbeit leistet. Ich glaube, dass wir die App in der Woche des 20. Septembers für die Bevölkerung freigeben können.“

Diese App,, die „Coronalert“ heißen soll, bleibt freiwillig. Die Frage bleibt, ob sich ausreichend Menschen finden lassen, die diese App denn auch herunterladen. Wer sie auf seinem Handy oder Smartphone installiert, der sendet fortlaufend Signale zu anderen App-Nutzern in seiner Umgebung.

Solange niemand, dem man begegnet, mit Corona infiziert ist, bleibt das zu empfangende Signal grün. Ist man aber jemandem begegnet, der infiziert ist, dann schaltet das Signal auf rot und man kann Abstand nehmen und erhält entsprechende Infos über sein Gerät.

Schon im März ein Impfstoff?

Nach Angaben der belgischen Bundesagentur für Medikamente könnte bereits Ende März 2021 ein Impfstoff gegen das Coronavirus Covid-19 auf den Markt kommen. Die Behörde, die für die Zulassung von medizinischen Produkten in Belgien zuständig ist, teilt mit, dass die Entwicklung eines solchen Impfstoffs weit vorangeschritten ist.

Normalerweise dauert die Entwicklung von Impfstoffen bis zu 7 Jahre. Zuerst werden solche Mittel in Laboren getestet, danach an Tieren und zuletzt an Menschen. Inzwischen, so die Agentur, sind 8 der weltweit insgesamt 200 Entwicklungen für ein Coronamittel in der letzten Phase, sprich in der 3. Phase, in der an Menschen getestet wird.

Laut Ann Eeckhout von der belgischen Bundesagentur für Medikamente liegt bereits ein Deal zwischen der Europäischen Union und der Universität von Oxford für das Mittel AstraZeneca vor, das dann auch in Belgien auf den Markt kommen würde, wenn die Forschung dies zulässt.

Nach Ansicht von VRT NWS-Wissenschaftsjournalist Koen Wauters ist AstraZebeca ein ideales Mittel, denn es kann sowohl zur Genesung von Coronapatienten führen, als auch die weitere Infizierung verhindern. Wauters weiß, dass auch weitere Produkte kurz vor der Fertigstellung sind. 

Virologin warnt vor zu großen Optimismus

Virologin Erika Vlieghe warnt allerdings vor zu großer Euphorie zu einem Impfstoff schon ab März 2021. Sie sagte am Donnerstagabend in der VRT-Sendung „Terzake“ („Zur Sache“), dass sie dieses Datum für zu optimistisch hält: „Ich finde, dass wir da doch noch immer sehr vorsichtig und mit einer vorläufigen Sprache drüber reden sollten. Wir dürfen es nicht als gegeben ansehen, dass wir im März damit anfangen, Leute zu impfen. Das finde ich sehr optimistisch.“

Natürlich klammere sich jeder an so etwas, so Vlieghe, denn jeder habe die Nase voll von dieser Pandemie: „Aber, die Gefahr ist, dass wenn man das echt an einem Datum oder einem Augenblick festmacht, alle am 28. Februar sagen werden: ‚Leute, morgen ist alles vorbei…‘“.

Es stehe noch einiges an Forschungsarbeit an, so die Virologin und dann habe man sich noch nicht mit Produktion und Vertrieb beschäftigt. 

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