Antwerpen reagiert mit der "Operation Nachtwache" auf den Drogenkrieg

Die Polizei von Antwerpen lanciert ab der Nacht zum Samstag eine umfassende Aktion gegen die Drogenmaffia, die die Hafenmetropole seit Monaten mit Anschlägen in Atem hält. Mit nächtlichen Patrouillen sollen z.B. nächtliche Granatanschläge verhindert werden. Bürgermeister Bart De Wever (N-VA) nannte diese Polizeiaktion, die seiner Ansicht nach monatelang dauern wird, die größte Sicherheitsoperation in Antwerpen der vergangenen 20 Jahre.

In den vergangenen Wochen mussten die Einwohner der Antwerpener Ortsteile Deurne und Borgerhout nach längerem wieder Schüsse aus Maschinengewehren und Granatexplosionen vor Wohnhäusern und unter Autos hinnehmen, offensichtlich Anschläge, die einschlägig bekannte Mitspieler im Drogenmilieu einschüchtern sollten. Opfer gab es bisher nicht, noch nicht. Doch die Bevölkerung fühlte sich zunehmend von Stadt und Polizei alleine gelassen und verunsichert. Nicht wenige Anwohner der Anschlagsorte sind derart verängstigt, dass sie wegziehen wollen, um ihren Kindern eine sicherere Umgebung zu bieten. Lange stellten sich Beobachter die Frage, wo denn Bürgermeister Bart De Wever bleibe…

Doch jetzt wartet der flämische Nationaldemokrat mit schwerem Geschütz auf. Dieser will jetzt mit zielgerichteten Polizeiaktionen gegen die Drogenmaffia in seiner Stadt vorgehen: „Wir haben bei den letzten Vorfällen stets mit der Polizei reagiert und die Vorgänge registriert. Doch angesichts der jüngsten Vorkommnisse, die einen Art und Weise zeigen, die wir bisher noch nicht erlebt haben, wird unsere Antwort darauf genauso scharf sein.“ Man wolle mit einer Vielzahl an Polizisten dem Drogenmilieu deutlich machen, dass diese einen Schritt zu weit gegangen ist, so der Bürgermeister.

Die Polizei will in Antwerpen zu jeder Tageszeit deutlicher sichtbar sein aber vor allem Nachts zuschlagen, denn dann spielen sich die Vorgänge rund um Drogenschmuggel und Drogenhandel zumeist ab. „Operation Nachtwache“ beginnt in der Nacht zum Sonntag und umfasst Stadtteil-Beamten, mehr Polizeipatrouillen, bei Verdachtsfällen Möglichkeiten, Straßen zu sperren, Motorradpolizisten zum Verfolgen von Flüchtenden und die sogenannten „BearCats“, sprich die Panzerfahrzeuge der Sondereinheiten der Polizei.  

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