Trotz massiver Polizeipräsenz: Wieder Schießerei in Antwerpen

Noch nicht einmal 24 Stunden nach der Lancierung der „Operation Nachtwache“ gegen die Umtriebe der Drogenmaffia in Antwerpen ist es in der Nacht zum Sonntag im Ortsteil Deurne wieder zu einer Schießerei gekommen. Zwei Männer auf einem Scooter haben Schüsse auf ein Haus abgefeuert.

In der ersten Nacht der „Operation Nachtwache“ von Freitag auf Samstag war es in den Problemgebieten in Antwerpen, vor allem in den Ortsteilen Borgerhout und Deurne, ruhig geblieben. Doch in der vergangenen Nacht kam es erneut zu einer der befürchteten Schießereien. 

Zeugenaussagen zufolge war in Palinckstraat in Deurne ein Scooter mit zwei Männern aufgetaucht. Während der Fahrer einen Motorradhelm trug, war dessen Beifahrer auf dem Sozius nicht geschützt. Und dieser gab zwei Schüsse aus einer Feuerwaffe auf ein Wohnhaus ab.

Die herbeieilende Polizei sperrte die Straße sofort ab und die Spurensicherung begann mit den ersten Ermittlungen (Foto). Dabei wurden zwei Einschüsse im Garagentor des beschossenen Wohnhauses festgestellt. Der Scooter war so schnell wieder weg, wie er aufgetaucht ist, so ein Zeuge. Die Polizei von Antwerpen setzt jetzt auf Bilder von Überwachungskameras und hofft den Beifahrer und Schützen darauf identifizieren zu können. Dieser Vorfall war der siebte seiner Art innerhalb von nur zwei Wochen.

(Lesen Sie bitte unter dem Foto weiter)

"Operation Nachtwache" überrumpelt?

Ausgerechnet jetzt hatte die Antwerpener Polizei mit ihrer „Operation Nachtwache“ begonnen, bei der mit ständiger Polizeipräsenz und mit schwerem Mitteln - Motorradpolizisten, häufige und massiv auftretende Patrouillen, häufigen Identitätskontrollen, polizeiliche Panzerwagen von Typ „BearCat“ usw. - versucht wird, die Sicherheit in Antwerpen wieder herzustellen (siehe nebenstehenden Bericht).

Die Polizei führt diese Aktion vor allem in den Ortsteilen Borgerhout und Deurne sowie in der Region Antwerpen Nord durch. Seit Monaten sorgen solche Schießereien oder auch Granatexplosionen für Angst und Schrecken bei den Bewohnern und für negative Schlagzeilen über Antwerpen in den Medien. Es scheint, als ob die Hafenmetropole mit dem hier seit langem herrschenden Drogenkrieg nicht wirklich fertig wird. Antwerpens Polizeisprecher Willem Migom sagte angesichts des neuerlichen Vorfalls gegenüber VRT NWS: „Das beweist, dass unsere Aktion nicht zu spät kommt. Doch das wird eine langwierige Arbeit. Wir machen so lange weiter wie nötig.“ 

Meist gelesen auf VRT Nachrichten