Jedes dritte Schulkind steigt von den öffentlichen Verkehrsmitteln auf das Rad um

Etwa jedes dritte Schulkind in Belgien, dass vor der Coronakrise mit Bussen oder Bahnen zur Schule gefahren ist, nutzte in der ersten Schulwoche nach den Sommerferien das Fahrrad für den Schulweg. Dies teilte der belgische Autofahrerverband VAB nach einer Umfrage mit. Offenbar entwickelt sich das Fahrrad zum angesagten Verkehrsmittel für die Jugend für den Schulweg.

Vor der Coronakrise nutzte etwas jedes zweite Schulkind in Belgien die öffentlichen Verkehrsmittel auf dem Schulweg. Die Verkehrsbehörden befürchteten, dass diese Kinder jetzt alle von ihren Eltern mit dem Auto zur Schule gebracht und auch von dort wieder abgeholt werden. Doch dies ist nur bedingt der Fall, so Joni Junes vom VAB: „Glücklicherweise ist es jetzt wohl so, dass viele dem Rat gefolgt sind, auf das Rad umzusteigen.“

Aus einer Umfrage unter 5.500 VAB-Mitgliedern ist ersichtlich, dass tatsächlich jedes dritte Schulkind, das bisher mit dem Bus oder der Straßenbahn, bzw. mit dem Zug zur Schule gefahren ist, jetzt mit dem Rad fährt. Nur rund die Hälfte derer, die bisher Busse und Bahnen nutzten, bleiben dem ÖPNV weiter treu.

Weiter Schulweg

Das betrifft in erster Linie Jugendliche und Kinder, die einen weiten Schulweg haben oder die nicht in einer größeren oder großen Stadt leben. Der Autofahrer- und Verkehrsverband fordert inzwischen auch sicherere Verkehrswege für Radfahrer. „Der VAB bittet um mehr Aufmerksamkeit für die Sicherheit von Radfahrern an den Schulen und auf den Radwegen in Richtung der Schulen. Es liegt jetzt vor allem an den Städten und Gemeinden, zu schauen, wie das sicherer werden kann.", so VAB-Sprecher Junes.

Im Winter wieder mit dem Bus?

Vorläufig scheint das Rad bei der Jugend den Vorzug zu genießen, doch wenn es ab Oktober wieder kälter wird, gehen die Verkehrsexperten davon aus, dass viele wieder den öffentlichen Nahverkehr nutzen werden. Aber bis dahin muss z.B. in Flandern das Kapazitätsproblem in den teilweise überfüllten Bussen der regionalen Verkehrsgesellschaft De Lijn gelöst werden.

Landesverkehrsministerin Lydia Peeters (Open VLD) lässt inzwischen wissen, dass sie prüfen werde, in welchem Maße Reisebusunternehmen beim Schülertransport De Lijn zur Seite stehen kann, um so mehr Platz in den Bussen zu schaffen und dem Mangel an Busfahrern zu kompensieren. 

BELGA

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