Neuer Vorfall in den Brüsseler Marollen: Unbekannte zünden Lieferwagen an

Im Gegensatz zu den Vorfällen am vergangenen Wochenende kam es am Montagabend nicht zu Angriffen auf die Polizei und Feuerwehr. Der Brüsseler Staatssekretär für die Feuerwehr und Ambulanzdienste, der flämische Sozialist Pascal Smet (one.brussels-sp.a), forderte harte Strafen und mehr Prävention. 

Eine ähnliche Meinung vertrat auch der Bürgermeister der Stadt Brüssel, Philippe Close von den französischsprachigen Sozialisten (PS).

Bereits am Wochenende waren die Feuerwehrleute bei Löscharbeiten von brennenden Müllcontainern mit Molotow-Cocktails angegriffen worden. Am Freitag hatten Jugendliche  Polizeifahrzeuge mit Steinen beworfen und die Scheiben einer Kindertagesstätte eingeschlagen. Auch die Straßenbeleuchtung wurde bei den Ausschreitungen beschädigt. Zwei Minderjährige waren festgenommen worden. Am Samstag war es erneut unruhig in dem Brennpunktviertel zwischen Justizpalast und Südbahnhof.

Der Zeitung La Dernière Heure zufolge fühlen sich die Jugendlichen von rabiaten Hausdurchsuchungen durch die Polizei provoziert.

Wegen der Vorfälle am Wochenende war die Polizei Montagabend bereits vor Ort, als die Feuerwehr zur Löschung des Lieferwagens eintraf.

Niemand wurde verhaftet.

Staatssekretär Pascal Smet (Foto unten) forderte die Polizei und das Gericht auf, die Täter hart zu bestrafen.  Im Gespräch mit der VRT-Nachrichtenredaktion sagte er auch, man müsse die Vorbeugungsarbeit in den Marollen wieder aufnehmen. Smet bedauerte die schleppende Arbeit der Justiz in solchen Fällen: „Die Täter müssen schnell sanktioniert werden, nicht erst zwei oder drei Jahre später.“

Die Stadt Brüssel wird Anzeige gegen die Täter erstatten und als Zivilkläger wegen der Schäden an der Tagesstätte auftreten

Molenbeek: Feuerwehr in einen Hinterhalt gelockt?

Vor zehn Tagen war es auch in der Brüsseler Gemeinde Molenbeek zu Problemen mit Jugendlichen gekommen, als die Feuerwehr angerückt war, um eine brennende Mülltonne zu löschen. Die Bürgermeisterin Catherine Moureaux (PS) hatte daraufhin eine zweimonatige Ausgangssperre zwischen 22 und 06 Uhr in mehreren Straßen an der U-Bahn-Station Osseghem verhängt.

 

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