Nicht genug ECTS-Punkte: über 10.000 Studierende vom Studium ausgeschlossen

Weil sie im Laufe ihres Hochschulstudiums nicht genug Kreditpunkte gesammelt haben, können über 10.000 Studierende in Flandern  jetzt nicht weiter studieren. Stets mehr Studierende müssen aufhören, weil sie in zu vielen Studienfächern durchgefallen sind. Leider stellen sie erst nach drei oder mehr Jahren fest, dass ihnen die notwendigen Kreditpunkte fehlen. „Dann haben sie bereits viel Geld und Zeit verloren“, sagt der christdemokratische Landtagsabgeordnete Brecht Warnez (CD&V), der das System ändern will.

Deswegen plädiert Warnez für ein anderes System. „Verschiedene Universitäten haben bereits selbst eine Lösung gesucht. Die KULeuven hat beispielsweise sogenannte Meilensteine eingeführt: Studierende müssen binnen zwei Jahren alle Studienfächer des ersten Jahres geschafft haben. Wir brauchen ein System, dass die verschiedenen Verfahren vereint und in ganz Flandern funktioniert“, plädiert Warnez in einem Interview mit dem Radiomagazin De ochtend. Wer nicht genug Kreditpunkte übrig hat, darf nicht mehr weiter studieren und muss die Uni oder Hochschule ohne Abschluss verlassen. 2018 befanden sich bereits 10.107 Studierende in der misslichen Lage, gegenüber 6.461 Studierende im Jahr 2014.

Studierende beginnen an der Uni oder Hochschule mit 140 Kreditpunkten. Zu Beginn eines Studienjahres müssen sie 60 Kreditpunkte „zahlen“. Schaffen Sie das Jahr, werden ihnen diese Punkte wieder gutgeschrieben.

„Fallen Sie in einem Studienfach durch, verlieren sie Punkte. Wer die Hälfte der Studienfächer nicht schafft, verliert 30 Punkte. Übrig bleiben dann 110 Kreditpunkte. Wer auch im zweiten Studienjahr in jedem zweiten Fach durchfällt, behält nur noch 80 Kreditpunkte“, erklärt der Abgeordnete Brecht Warnez, ebenfalls Dozent an der Universität von Gent: „Nach drei, vier oder fünf Jahren bleiben einem Studierenden vielleicht keine 60 Kreditpunkte mehr und darf er infolgedessen kein neues akademisches Jahr mehr beginnen.“

Die Universität oder Hochschule darf dem Studierende die Fortsetzung seiner Studien verweigern oder höheres Studiengeld verlangen.

Das 2008 eingeführte System sollte die Studierenden anregen, den richtigen Studienzweig zu wählen.

„Wenn man aber erst nach drei oder mehr Jahren merkt, dass man nicht die richtige Wahl getroffen hat, ist schon viel Zeit und Geld verloren gegangen. Manchmal halten Studierende an ihrer Studienwahl fest, obwohl sie es wiederholt nicht schaffen. Dann ist es aber zu spät für ein anderes Studium, denn der Kreditpunktezähler wird kein zweites Mal auf 140 Kreditpunkte eingestellt.“

Lösung für ganz Flandern suchen

Deswegen plädiert Warnez für ein anderes System. „Verschiedene Universitäten haben bereits selbst eine Lösung gesucht. Die KULeuven hat beispielsweise sogenannte Meilensteine eingeführt: Studierende müssen binnen zwei Jahren alle Studienfächer des ersten Jahres geschafft haben. Wir brauchen ein System, dass die verschiedenen Verfahren vereint und in ganz Flandern funktioniert“, plädiert Warnez in einem Interview mit dem Radiomagazin De ochtend

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