Flandern lässt in den Kulturhäusern eine Besetzung von 60 % zu

Flanderns Landeskulturminister, Ministerpräsident Jan Jambon (N-VA), hatte angekündigt, dass die Kultureinrichtungen ab dieser Woche ihre Säle wieder mit 60 % der vorhandenen Plätze besetzen können. Hinzu kommt, dass zwischen den Besuchern bzw. zwischen den Besuchergruppen nur noch ein Sitzplatz bzw. 1 Meter freibleiben muss. Dass ein Abstand zwischen den Zuschauern aus Coronagründen bleiben soll, ist selbstverständlich und für jeden akzeptabel. 

Der Nationale Sicherheitsrat hatte bei seiner letzten Sitzung entschieden, dass bei Kulturaktivitäten in Belgien, die in einem Saal stattfinden, 200 Zuschauer zugelassen sind und unter freiem Himmel 400 Zuschauer. Doch der Kultur- und der Veranstaltungssektor konnten sich damit nicht zufrieden geben und baten - u.a. mit Protestaktionen in mehreren Städten - darum, diese festgelegte Zahl zu relativieren und auf die Kulturhäuser zuzuschneiden. 

Zwischen 200 Besuchern in einem kleinen Theater und 200 Zuschauern in einem großen Konzertsaal ist ein himmelweiter Unterschied…

Letzte Woche haben sich Virologen, Vertreter des Krisenzentrums der Kultur in Flandern, MP und Landeskulturminister Jambon und einige Kulturschaffende zusammengesetzt, um dies näher zu besprechen. Einige Punkte aus den Auflagen des belgischen Sicherheitsrates in Sachen Corona-Maßnahmen könn(t)en denn auch gelockert werden.

60 % mit Abstand

Herausgekommen ist, dass seit dieser Woche die Veranstaltungsräume wieder zu 60 % ihrer eigentlichen Kapazität besetzt werden dürfen und dass mindestens 1 Meter Abstand bzw. ein Sitzplatz zwischen zwei Zuschauern oder zwischen zwei „Blasen“ oder Familien freibleiben sollen.

Große Hallen

Die großen Säle, Hallen und Eventräume, wie z.B. das Antwerpener Theater oder die Lotto Arena und der Sportpalast in der gleichen Stadt oder auch die Stadien in Flandern, können bei ihrer Stadtverwaltung bzw. bei ihrem Bürgermeister einen Antrag auf Zulassung von Publikum stellen. Diese Anträge werden dem Sicherheitsrat und/oder dem flämischen Kulturministerium vorgelegt. Den Bürgermeistern bleibt es letztendlich als letzte Instanz überlassen zu entscheiden, was möglich ist und was nicht.

In den großen Sälen wäre es möglich, bis zu 4.000 Zuschauer zu erlauben. Alle Beteiligten sind sich darin einig, dass das Publikum darauf wartet, wieder Kultur und Unterhaltung zu genießen. In einer ersten Instanz werden wohl vor allem belgische Künstler zu sehen sein. Um Künstler aus dem Ausland präsentieren zu können, muss auf europäische Entscheidungen gewartet werden. Vor März 2021 wird es wohl zumindest auf flämischer Ebene kleine internationalen Stars zu sehen geben. 

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