Coronavirus: Weiter leicht steigende Zahl der Neu-Infizierungen in Belgien

Die Zahl der neuen Infizierungen mit dem Coronavirus Covid-19 steigt in Belgien weiter leicht an. Im 7-Tage-Messzeitraum vom 31. August bis zum 6. September haben sich täglich durchschnittlich 510 Personen mit dem Virus angesteckt. Das entspricht einem Anstieg um 15 % gegenüber dem vorangegangenen Messzeitraum. Mediziner haben den Anstieg erwartet und erklären auch warum.

Insgesamt haben sich bisher in unserem Land 89.691 Personen mit dem Virus infiziert. Derzeit liegt die Zahl der neuen Ansteckungen bei 58,2 Fällen pro 100.000 Einwohner.

Auch die Zahl der Krankenhausaufnahmen ist weiter leicht nach oben gegangen. Im oben genannten Messzeitraum wurden pro Tag etwa 21 an Corona erkrankte Patienten in ein Krankenhaus eingewiesen. In der Vorwoche waren dies noch täglich 17 Einweisungen.

Derzeit befinden sich 245 Patienten in klinischer Behandlung. Bisher wurden 19.188 Personen nach einer Covid-19-Ansteckung in Krankenhäusern behandelt. Die Zahl der Sterbefälle durch Corona sinkt aber weiter und zwar von 4 täglichen Fällen auf jetzt 2 pro Tag. Damit sind bisher 9.917 Menschen an Covid-19 gestorben. 

Die Entwicklung ist nicht erfreulich, aber auch nicht dramatisch.“

Virologin und Infektologin Erika Vlieghe

Die Virologin und Infektologin Erika Vlieghe (Foto unten) sagte am Mittwochabend in der VRT-Sendung „Terzake“ („Zur Sache“), dass sie die steigende Entwicklung bei den neuen Infizierungen nicht überrasche: „Die Entwicklung ist nicht erfreulich, aber auch nicht dramatisch. Das entspricht ein bisschen den Erwartungen. Es sind in kurzer Zeit einige Dinge passiert: Schulanfang, Urlaubsrückkehrer… Und Belgien ist auch keine Insel, denn mehrere Länder haben mit solchen Anstiegen zu tun.“

Jetzt müsse man die Zahlen gut im Auge behalten, so Vlieghe und man müsse kontrollieren, wo die Ansteckungsherde liegen: „Ist das in Verbindung mit Schulen? Sitzt das in Familien? Gibt es Links zu Betrieben? Wir müssen weiter auf den gleichen Nagel hauen, wie im Sommer: Maske tragen, Abstand halten, nicht zu viele Kontakte haben. Das bleibt unglaublich wichtig!“

(Lesen Sie bitte unter dem Foto weiter)

Erika Vlieghe

"Mehr Infizierungen aber auch mehr Tests"

Der Mikrobiologe Geert Molenberghs (Foto unten) ist ebenfalls der Ansicht, dass die steigenden Infizierungszahle zu erwarten waren und erführt dies ebenfalls auf den Schulanfang und auf Urlaubsrückkehrer zurück. Gegenüber dem VRT-Sender Radio 1 sagte er am Donnerstagmorgen, dass derzeit z.B. in Antwerpen sehr viele Tests durchgeführt würden und dass die allermeisten davon negativ seien. Als infiziert würden sich lediglich etwa 5 % der Betroffenen erweisen.

Molenberghs ist übrigens der Ansicht, dass die Bevölkerung ganz einfach „durchhalten“ müsse und dabei würde auch das Tragen von Mundschutzmasken helfen, vor allem in den Schulen: „Mit den heutigen Maßnahmen können wir es schaffen, wenn sie denn eingehalten werden. Ich trage auch nicht gerne Mundmasken, doch es ist eine günstige Art und Weise, sowohl finanziell, als auch sozial, um einen neuen Lockdown zu vermeiden. “Für den Mikrobiologen ist das Tragen von Mundschutzmasken im Unterricht „das Ticket um die Schulen geöffnet zu lassen.“ 

Geert Molenberghs

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