Flanderns Sozialisten: Aus der SP.A wird bald "Vooruit"

Conner Rousseau (Foto), der Vorsitzende der flämischen Sozialisten SP.A, hat bei seinem Antritt als Parteichef vor einigen Monaten angekündigt, dass er die Partei erneuern wolle. Einer der ersten Schritte in diese Richtung ist eine Änderung des Parteinamens. Aus SP.A („Sozialistische Partei.Anders“) wird bald „Vooruit“ („Voraus“). Doch darüber ist außerhalb der Partei nicht jeder erfreut.

Diese Namensänderung soll ab Dezember greifen, so Rousseau, der damit bezweckt, seine Partei zu „einer Bewegung mit Visier in Richtung Zukunft“ zu machen: „In den kommenden Monaten werden wir dem Projekt Vooruit gemeinsam seine Form geben. Vooruit wird mehr als nur ein neuer Name. (…) Mit dieser Bewegung wollen wir alle progressiven Flamen zusammenbringen und wir wollen damit auf eine neue, positive Art und Weise Politik betreiben.“

Seit dem er den Parteivorsitz übernommen habe, so Rousseau, habe man damit begonnen, die Partei zu erneuern und zu einer sozialistischen Bewegung umzugestalten: „Hinter dem Vorhang arbeiten wir schon seit Monaten hart daran, unsere Bewegung und unsere Organisation zu erneuern und zu professionalisieren. Um aus einer klassischen Partei eine echte Bewegung zu machen, die gegen die Erstarrung in der Politik kämpft und die die Menschen wieder in einem positiven, ambitionierten und Hoffnung gebenden Zukunftsprojekt vereint.“

(Lesen Sie bitte unter dem Foto weiter)

Das ehemalige sozialistische Volkshaus Vooruit in Gent ist heute ein politisch unabhängiges Kulturzentrum
Nicolas Maeterlinck

Der Parteiname SPA - „Sozialistische Partei.Anders“ bzw. auch „Sozial Progressive Alternative“ genannt - stammt aus dem Jahr 2001. Der damalige Vorsitzende Patrick Janssens hatte aus der SP („Sozialistische Partei“), die SP.A gemacht. „Vooruit“ sei sowohl ein Augenzwinkern in die Vergangenheit, aber mit offenen Visier in Richtung Zukunft, so Rousseau heute. Als der neue Vorsitzende am Vorabend des 1. Mai seine traditionelle Ansprache zum Tag der Arbeit hielt, fand dies über eine Art TV-Sendung statt, die gestreamt wurde. Und dieses Programm hieß damals „Vooruit TV“…

Damals war das ein Hinweis in Richtung des alten sozialistischen Volkshauses „Vooruit“ und der gleichnamigen Zeitung in Gent, wo die Sozialisten oft und gerne ihre Parteitage abhalten. Heute ist das Vooruit in Gent ein politisch unabhängiges Kulturzentrum (Foto Mitte) und da freut man sich gerade nicht besonders darüber, dass die SP.A sich gerade in „Vooruit“ umbenennt - ganz im Gegenteil. Doch Rousseau ist der Ansicht, „dass die Leute den Unterschied schon machen werden.“

Zwei ähnliche Parteinamen in einer Stadt

Verärgert ist man auch in der Zuckerstadt Tienen in Flämisch-Brabant. Hier existiert eine lokale Partei mit dem Namen „Tienen Vooruit“, die nichts mit der SP.A zu tun hat. Die SP.A-Lokalsektion Tienen würde nach der Namensänderung „Vooruit Tienen“ heißen. Man werde seinen Parteinamen nicht ändern, so die Vorsitzende dieser Partei, Els Moyens: „Wir sind und bleiben Tienen Vooruit, auch wenn uns Rousseau anruft. Wir werden den Unterschied auf inhaltlicher Ebene schon deutlich zu machen wissen…“ Dies sagt übrigens auch Nele Daenen von der SP.A Tienen… 

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