Preisabsprachen im belgischen Sicherheitssektor - Auch die US-Justiz befasst sich mit den Ermittlungen

Seit einiger Zeit ermittelt die belgische Justiz gegen den Sicherheitssektor in Belgien, denn es besteht der Verdacht, dass die hier aktiven G4S, Seris und Securitas untereinander Preisabsprachen getroffen haben. Neben der belgischen Wettbewerbsbehörde BMA ermittelt jetzt auch die US-Justiz in diesem Fall.

Die Bundesstaatsanwaltschaft in Brüssel, die belgische Wettbewerbsbehörde und das amerikanische Justizministerium sind in diesem Fall aktiv, denn es geht um die Frage, ob es hier auch zu Preisabsprachen bei Aufträgen für die öffentliche Hand gekommen ist. Das betrifft nicht nur Aufträge für den belgischen Staat oder für Länder und Regionen in Belgien, sondern auch auf internationaler Ebene.

Die US-Justiz ermittelt, wie die flämische Tageszeitung De Standaard in dieser Woche meldete, seit April. Betroffen sind hier Bewachungsaufträge für die US-Botschaft in Brüssel, für das Nato-Hauptquartier ebenfalls in Brüssel und für die Nato-Kommandozentrale Shape in Mons (Provinz Hennegau).

Die belgischen und amerikanischen Kartellbehörden konzentrieren einen Teil ihrer Ermittlungen auf den derzeitigen belgischen Postchef Jean-Paul Van Avermaet (Foto unten), der bevor er bei Bpost tätig war, Manager bei G4S war. Während einige Verdächtige solche Preisabsprachen bereits gestanden haben, weist Van Avermaet alle Vorwürfe entschieden zurück.

Inzwischen arbeiten die betroffenen Unternehmen bei den Ermittlungen mit. Ihnen drohen bei Verurteilungen in Belgien und in den USA drastische Strafen, wie De Standard dazu schreibt: Jede geschädigte Behörde kann von G4S, Seris und Securitas jeweils 10 % des weltweiten Umsatz dieser Unternehmen als Entschädigung verlangen… 

Ex-G4S-Manager Jean-Paul Van Avermaet ist heute CEO von Bpost

Meist gelesen auf VRT Nachrichten