Arbeitsniederlegungen bei AB InBev in flämischen Niederlassungen (Archivfoto)
BELGA/DIRKX

"Produktion wichtiger als unsere Gesundheit" - Streiks bei AB InBev in Löwen und Hoegaarden

„Die Direktion hält die Produktion für wichtiger als unsere Gesundheit“, sagen die Gewerkschaften beim belgisch-brasilianischen Brauerei- und Getränkegiganten AB InBev. Seit einigen Coronafällen am Produktionsstandort Jupille bei Lüttich kommt es dort zu Spannungen zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern. Jetzt haben Kollegen in Löwen und Hoegaarden in Flämisch-Brabant aus Solidarität mit den Lüttichern die Arbeit niedergelegt.

In den AB InBev-Brauereien in Löwen und Hoegaarden haben die Gewerkschaften die Belegschaften dazu aufgefordert, aus Solidarität mit den Kollegen in Jupille die Arbeit niederzulegen. Man vermisse ein proaktives Signal von Seiten der Direktion, so Kris Vanautgaerden von der christlichen Gewerkschaft ACV: „Das ist kein lokales Problem. Auch in den Niederlassungen in Flandern hält die Direktion die Produktion für wichtiger, als die Gesundheit ihrer Arbeiter.“

In der AB InBev-Brauerei in Jupille bei Lüttich wird seit der vergangenen Woche gestreikt (siehe nebenstehenden Beitrag). Hier sind mehrere Mitarbeiter an Corona erkrankt, doch das Management hält alle Vorkehrungen, die zur Eindämmung des Virus am Arbeitsplatz getroffen wurden, für ausreichend. Das aber sehen die Arbeiter dort anders und haben die Arbeit niedergelegt.

Am Dienstag sind Verhandlungen zur Lösung des Problems gescheitert und zu einer Versöhnung zwischen den streitenden Parteien ist es nicht gekommen. Aber, am Donnerstag gab die Direktion als Reaktion auf die Arbeitsunterbrechungen in Löwen und Hoegraarden zu verstehen, dass man weiter "offen für den Dialog" sei. 

ACV-Gewerkschaftler Vanautgaerden erklärt, warum die Maßnahmen der Direktion nicht unbedingt greifen: „Es gibt Regeln zum Abstandhakten, doch wenn unter der minimalen Besetzung gearbeitet wird, werden die Schichten plötzlich vermischt. Dann hat man natürlich viel mehr direkte Kontakte als zugelassen. Es muss von der Direktion aus zu deutlichen und nicht interpretierbaren Regeln kommen.“  

Meist gelesen auf VRT Nachrichten