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Belgien sendet ein  Hilfsteam nach Lesbos und nimmt jugendliche Flüchtlinge aus Moria auf

Belgien entsendet 13 Mitarbeiter des B-Fast-Teams nach Lesbos zur Versorgung der Flüchtlinge nach dem Brand im völlig überfüllten Flüchtlingslager Moria, wie das Außenamt in Brüssel mitteilte. Das Team besteht in erster Linie aus Ersthelfern und Notärzten, die verhindern sollen, dass sich das Corona-Virus unter den Flüchtlingen jetzt rascher ausbreitet. Belgien folgt damit einem Aufruf der WHO, in Moria gerade in Sachen Covid-19 aktiv zu werden. Unser Land wird auch einige minderjährige Flüchtlinge aus Moria aufnehmen. Damit schließt sich Belgien einer EU-Initiative an. 

Nach einem zweiten Feuer ist die Not im Lager Moria noch größer geworden. Die Mediziner des belgischen B-Fast-Teams werden die griechischen Ärzte und Notdienste vor Ort unterstützen. Die Belgier sind darauf spezialisiert, mit Corona-Patienten umzugehen, so Bundesaußenminister Philippe Goffin (MR): „Sie werden den am meisten betroffenen Flüchtlingen die passende Pflege und Behandlung im Rahmen der Covid-19-Pandemie zukommen lassen.“

B-Fast wird am Samstag mit einer C-130-Transportmaschine der belgischen Luftwaffe nach Lesbos fliegen und soll dort mindestens eine Woche lang arbeiten. Die belgischen Nothelfer werden Corona-Tests durchführen und dabei helfen, ein Triage-Zentrum aufzubauen.

B-Fast nimmt auch Hilfsgüter mit

Belgien nimmt auch weiteres medizinisches Hilfsmaterial sowie Decken und Schlafsäcke für die Flüchtlinge auf Lesbos mit. Von den beiden Feuern in Moria sind die meisten der rund 13.000 dort lebenden und gestrandeten Flüchtlinge betroffen.

Sie haben kein Dach mehr über dem Kopf und zumeist auch ihren ohnehin schon kargen Besitz verloren. Zahllose Bewohner von Moria irren jetzt irgendwo auf Lesbos umher. Dabei ist die Gefahr groß, dass das Coronavirus weiter verbreitet wird. Gerade hier setzt die Arbeit des B-Fast-Teams an.

Auch Belgien nimmt minderjährige Flüchtlinge aus Lesbos auf

Zehn EU-Staaten, darunter auch Belgien, werden nach dem Brand auf Lesbos 400 minderjährige Flüchtlinge aus dem Lager Moria aufnehmen. Einen Großteil der Kinder und Jugendlichen werden Deutschland und Frankreich aufnehmen. Es steht noch nicht fest, wie viele von ihnen letztendlich nach Belgien kommen werden.

Die für Asyl und Migration zuständige belgische Bundesministerin Maggie De Block (Open VLD) sagte dazu, dass sich Belgien auch jetzt wieder solidarisch mit Griechenland zeige, auch wenn sich unser Land hier schon mehr einsetze, als andere EU-Staaten. Belgien fordere in der Flüchtlingsfrage allgemein aber weiter "eine nachhaltige Lösung in Europa", so De Block. 

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