AFP or licensors

Fall Chovanec: Slowakische Präsidentin will eigenen Experten an den Ermittlungen beteiligen

Die slowakische Präsidentin Zuzana Čaputová (Foto) hat öffentlich dazu aufgerufen, dass die belgischen Behörden einen Experten aus ihrem Land an den Ermittlungen im Fall Jozef Chovanec beteiligt. Dies würde der Glaubwürdigkeit der belgischen Justiz zugutekommen, so Čaputová. Chovanec war im Februar 2018 in einer Zelle am Flughafen von Charleroi nach einem harten Polizeieinsatz gestorben. Seit einigen Wochen wird dieser Fall wieder aufgerollt.

Präsidentin Zuzana Čaputová sagte im slowakischen Fernsehen, dass sie der Familie Chonavecs vorgeschlagen habe, dass ein Experte aus ihrem Land den belgischen Ermittlern zur Seite gestellt werden könnte. 

Jetzt bittet die Präsidentin Belgien auch offiziell darum, einen eigenen Ermittler hierher zu entsenden.

Das slowakische Parlament hatte bereits letzte Woche eine Resolution verabschiedet, in der gefordert wurde, dass die EU-Kommission in den Fall eingreift und einige slowakische EU-Abgeordnete hatten Belgiens Polizeichef Marc De Mesmaecker ein besorgtes Schreiben zukommen lassen.

Präsidentin Čaputová hat kein Vertrauen in die belgische Justiz und in die hiesige Polizei, die den Fall seit anderthalb Jahren schleifen lassen.

Erst die erschütternden Bilder einer Überwachungskamera, die den Polizeieinsatz in der Flughafenzelle in Charleroi zeigen, haben dazu geführt, das wieder Bewegung in die Sache gekommen ist. Eine belgische Tageszeitung hatte diese Bilder auf ihrer Webseite veröffentlicht.

Inzwischen sind in diesem Vorgang hochrangige Politiker, Polizisten und Juristen in Bedrängnis geraten, u.a. der damalige belgische Justizminister Jan Jambon (N-VA). Jambon ist heute Ministerpräsident des belgischen Bundeslandes Flandern. 

Meist gelesen auf VRT Nachrichten