Flandern: Nacktbilder von bekannten Persönlichkeiten kursieren in den sozialen Medien

Im belgischen Bundesland Flandern kursieren seit einigen Tagen Nacktfotos von bekannten Persönlichkeiten. Darunter sind der Pop- und Schlagersäger Stan Van Samang und der VRT-Radio- und TV-Moderator Peter Van de Veire (Foto). Damit ist das Thema „Sexting“ einmal mehr in die Schlagzeilen geraten. Die Anwälte der Betroffenen gehen davon aus, dass ihre Mandanten gezielt in eine Falle gelockt worden seien.

Peter Van de Veire hat inzwischen ein Statement veröffentlicht, in dem er bekannt gibt, dass er eines der Opfer desjenigen ist, der die Fotos ins Netz gestellt hat, bzw. der dafür gesorgt hat, dass sie in den sozialen Netzwerken die Runde machen.

Der Fernseh- und Radiomoderator aus unserem Hause greift den Übeltäter an und wirft ihm vor, Bilder, die in privatem Kreis entstanden sind, an die Öffentlichkeit gebracht zu haben und dass er damit ihm und den anderen Geschädigten damit Schaden zufügt: „Stell dir vor, dass du mit deinem Sohn in ein Geschäft gehst, wo die Leute dich erkennen und einfach so lachen und obszöne Gebärden machen - vor deinem Sohn! Plötzlich wird man zum Ziel von Perversität, Spott und Hass…“

Peter Van de Veire geht an die Öffentlichkeit, um sowohl den Übeltätern, als auch die Menschen im Land zum Nachdenken zu bewegen und zwar über die Folgen, mit denen die Geschädigten gerade zu kämpfen haben.

Sänger Stan Van Samang (Foto unten) ließ wissen, dass er gegen die Person, die die Bilder rundgeschickt hat, Anzeige erstattet hat. Und auch er warnt vor den Folgen vor Nacktbildern, die viele Menschen, darunter auffallend viele Jugendliche, weitergeben. Van Samang hofft, dass jeder, der einmal Opfer von solchen Fällen wurde, den Mut hat, gegen die gewissenlosen Täter vorzugehen.

Laut Gesetz ist es in Belgien verboten, explizite Fotos weiterzugeben, ohne die Zustimmung derer zu haben, die darauf abgebildet sind. Solche Täter riskieren bis zu 5 Jahren Haft. Wer solche Bilder mit bösen Absichten verbreitet, z.B. nach einem Beziehungsende, weil er Geld erpressen will oder weil er User auf eine bestimmte Webseite locken will, der kann neben der Haftstrafe auch mit Bußgeldern von bis zu 80.000 € bestraft werden. 

Inzwischen teilen die Anwälte der Betroffenen mit, dass ihre Mandanten, übrigens alles Männer, wohl in eine Falle gelockt worden sind. Jemand habe bewusst ein falsches Profil in den sozialen Medien aufgebaut, um gezielt an Nacktfotos von bekannten Persönlichkeiten zu gelangen. So etwas nennt man „Catfishing“. Mutmaßlich handelt es sich um nur einen Täter. Was er damit bezweckte, ist die große Frage. 

Stan Van Samang
Noortje Palmers

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