Gründer der bankrotten Modegruppe FNG in U-Haft

Dieter Penninckx, der ehemalige Gründer und CEO der Bankrott erklärten Modegruppe FNG, sitzt in Untersuchungshaft. Das schreibt die Zeitung Het Nieuwsblad und wird von der Staatsanwaltschaft von Antwerpen bestätigt. Penninckx war auf freiem Fuß, soll aber gegen die Auflagen verstoßen haben. Deswegen wurde er am Samstag festgenommen.

Seit August steht der Vorstandsvorsitzende der Modegruppe FNG, der u. a. die Schuhwarenkette Brantano, die Konfektionsmarke JBC und Mayerlin gehörten, unter dem Verdacht des Betrugs und der Manipulation des Börsenkurses seines Unternehmens.

Seine Ehefrau, die ebenfalls des Betrugs verdächtigt wird, wurde unter elektronische Aufsicht gestellt.

In der breiten Öffentlichkeit in Flandern ist Penninckx in erster Linie als Vorsitzender des Fußballklubs KV Mechelen bekannt (Foto oben).

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Jasper Jacobs

Zalando nacheifern? Traum hat sich zerschlagen

Die FNG-Gruppe hatte 2003 mit Kindermode unter der Marke Fred & Ginger begonnen. Später übernahm die Gruppe bekannte Namen wie die niederländischen Marken Claudia Sträter und Miss Etam. Auch die etwas angeschlagene Schuhwarenkette Brantano wurde von FNG übernommen und mit Erfolg saniert. Neben Übernahmen investierte die belgische Gruppe auch in Technologie und Software mit dem Ziel, Webshop Zalando Konkurrenz zu machen. 2018 wird das Unternehmen an der Brüsseler Börse notiert. Mit dem Kauf der skandinavischen Gruppe Ellos hatte FNG sich dann wohl zu viel zugemutet. 

Während der Corona-Ausgangssperre mussten die Läden der vielen FNG-Marken acht Wochen lang geschlossen bleiben. Ausgerechnet in diesem Zeitraum war Gründer Penninckx aus Gesundheitsgründen gezwungen, kürzer zu treten. Die Gläubiger mussten um Aufschub gefragt werden.

Gleichzeitig witterte auch die Börsenaufsichtsbehörde Unrat und ordnete eine Prüfung der Bücher des Geschäftsjahres 2018 an. Komplexe internationale Transaktionen des Jahres 2019 sind ebenfalls Gegenstand einer gründlicheren Untersuchung.

Ende Juli musste FNG Konkurs erklären. Die Schulden belaufen sich auf 734 Millionen Euro. Die Gruppe beschäftigte insgesamt rund 3.000 Menschen.

Für verschiedene Marken konnten Käufer gefunden werden. So werden 43 Brantano-Läden von der niederländischen Schuhwarenkette vanHaren übernommen, die wiederum zur deutschen Gruppe Deichmann gehört. 

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