Demo in Brüssel: Plädoyer für eine bessere Finanzierung des Pflege- und Gesundheitswesens

In Brüssel haben am Sonntag rund 4.000 Menschen, vor allem Beschäftigte aus dem Pflege- und Gesundheitswesen in Belgien, für eine finanzielle Stärkung ihres Sektors demonstriert. Die Demo war Corona-gerecht organisiert und fand in 10 Gruppen von jeweils 400 Personen statt. Die Abstandsregeln wurden weitgehend eingehalten und alle Demonstranten trugen Mundschutzmasken. Einige wenige Chaoten, die die Demo störten, wurden von der Polizei rasch herausgefiltert.

Mit dieser Demonstration wollten die Beschäftigten aus diesem Sektor auf Probleme hinweisen, die letztendlich die Corona-Krise schonungslos zu Tage geführt hat. Der Pflege- und Gesundheitssektor in unserem Land fordert einmal mehr zusätzliches Personal, denn die chronische Unterbesetzung in den Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen müsse ein Ende haben.

Nicht zuletzt wurden auch höhere Löhne und Gehälter gefordert, um auch dem akuten Personal- und Nachwuchsmangel entgegenzuwirken. Der Beruf des Pflegers müsse auch durch angemessene Bezahlung attraktiv gemacht werden, so der Tenor bei der Demonstration.

Die Mittel, die zur Verfügung stehen oder die jetzt zusätzlich fließen sollen, sollten zudem anders verteilt werden. Mediziner fordern, dass zu viel Geld aus dem belgischen Gesundheitswesen an die Pharmaindustrie fließe und dass auch zu viele Mittel an bestimmte Fachbereiche gehen, die im „normalen“ Bereich fehlen.

Ein weiteres Problem, so die Demonstranten sei die Tatsache, dass das Krankenhauswesen viel zu sehr unter marktwirtschaftlichen Prinzipien funktionieren müsse. Darunter leiden die Personalstärke und nicht zuletzt auch die Ausrüstung der Krankenhäuser und Kliniken.

Die Mittel, die jetzt im Zuge der Coronakrise freigemacht werden (600 Mio. € von der belgischen Bundesregierung und 400 Mio. € vom Bundesparlament) würden nicht reichen, denn alleine gehaltsmäßig auf die Zahl der Beschäftigten heruntergerechnet, sein dies „Peanuts“. 

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