Skelette, die 2018 bei Ausgrabungen in Aalst entdeckt wurden, stammen aus dem 10. Jahrhundert

In Aalst in Ostflandern sind die Skelette, die bei Ausgrabungen entdeckt wurden, untersucht worden. Dabei kam heraus, dass diese wohl aus dem 10. Jahrhundert stammen sollen. Die Skelette wurden 2018 auf dem Gelände einer Schule in der Nähe der Sint-Martinus-Kirche entdeckt. Der Ausgrabungsfund bietet neue Erkenntnisse über die Geschichte der Stadt Aalst.

„Am Fundort, wo sich heute die Aalster Martinskirche befindet, müsste im 10. Jahrhundert schon einmal eine Kirche gestanden haben. Das wird aus archäologischen Untersuchungen der Skelette deutlich, wie wir hier vor zwei Jahren entdeckt haben“, so der an den Ausgrabungen beteiligte Archäologe Yaniek Degryse gegenüber dem VRT-Sender Radio 2/Ostflandern.

„Die fünf Skelette, die wir jetzt analysiert haben, sind die ältesten sterblichen menschlichen Überreste, die jemals im Zentrum von Aalst entdeckt wurden. Forschungen haben ergeben, dass sie zum Friedhof einer Kirche aus dem 10. Jahrhundert gehörten. Das ist eine besondere Entdeckung, denn bisher hatten wir noch keine Information darüber, dass hier in dieser Zeit überhaupt eine Kirche gestanden hat“, so Degryse weiter.

Die Skelette waren mit den Köpfen nach Westen und mit den Füßen nach Osten beerdigt.“

Archäologe Yaniek Degryse

Von der mittelalterlichen Kirche selbst sind bis heute noch keine Reste entdeckt worden. Lediglich die 5 Skelette weisen darauf hin und doch sind sich die Archäologen ihrer Sache sicher, dass sie nicht von irgendwo anders stammen können, so Degryse: „Wir wissen das, weil wir die Skelette an einer Stelle gefunden haben, an der viele Körper gelegen haben und wir sehen das auch an der Art und Weise, wie sie begraben waren: Die Skelette waren mit den Köpfen nach Westen und mit den Füßen nach Osten beerdigt. Das stimmt mit christlichen Traditionen überein und deshalb ist kein Zweifel möglich.“

Noch eine Kirche entdeckt

Die Vereinigung SOLVA, eine archäologische Vereinigung, die sich mit der Geschichte in der Region beschäftigt, macht seit 2017 Ausgrabungen auch innerhalb der Martinus-Kirche in Aalst und dort wurden die Reste von Kirchen aus dem 11. und dem 12. Jahrhundert entdeckt. Diese Reste sind nach Ansicht der Forscher wohl auf denen aus dem 10. Jahrhundert entstanden.

Archäologe Yaniek Degryse freut sich über neue Erkenntnisse über die regionale und  lokale Geschichte: „Es ist schön, dass man so neue Verbindungen entdeckt, die die Geschichte von Aalst offenlegen. Die Stadt hat deutlich einen mittelalterlichen Siedlungskern.“

SOLVA.be

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