Biostatistiker Niel Hens über die steigenden Corona-Zahlen: Wir wissen noch stets viel zu wenig

Der Biostatistiker der Universität Hasselt, Niel Hens, reagiert erstaunt, dass es im 21. Jahrhundert und nach vielen Wochen Corona noch immer nicht genug Daten gibt, um eine zuverlässige Analyse der Corona-Statistik zuzulassen und entsprechend wirksame Maßnahmen zu treffen. Das sagte Hens im Radioprogramm De ochtend von Radio 1.

Man muss die Zahlen in ihrem Zusammenhang betrachten und nicht getrennt voneinander. Erst dann sollte man Schlüsse formulieren, sagt der Biostatistiker über die schnell steigenden Corona-Zahlen in Belgien. Mittlerweile werden im Schnitt wieder über 1.000 Corona-Fälle pro Tag registriert.

Aber es ist immer noch erstaunlich, wie wenig Informationen vorhanden sind, um zuverlässige Analysen anstellen und Maßnahmen treffen zu können.

Hens befürchtet exponentiellen Anstieg

„Wir dürfen die Corona-Zahlen nicht minimalisieren. In der neuen Entwicklung steckt das Potenzial eines exponentiellen Anstiegs. Am Anfang steigen die Zahlen nur langsam, aber dann tritt eine Beschleunigung der Ansteckungen an und zeigt die Kurve steil nach oben.“

Der Biostatistiker ruft die Bevölkerung auf, Risikokontakte zu begrenzen: „Die relativ niedrige Anzahl der Krankenhauseinlieferungen von Corona-Patienten sollte uns nicht darüber hinweg täuschen, dass die Lage ernst ist. Wollen wir jetzt noch das Schlimmste verhindern oder wollen wir es erst so weit kommen lassen und unser Verhalten erst dann anpassen?

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