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Prozess Drogenmilieu Antwerpen: 5 junge Männer bis zu 6 Jahren hinter Gittern

Nachdem Antwerpen in den letzten Wochen wiederholt wegen gewalttätiger Anschläge im Drogenmilieu in die Schlagzeilen geraten ist, kam es am Mittwochmorgen zu einem ersten Prozess. Auf der Anklagebank saßen fünf Männer, die im Frühjahr 2019 an  Vergeltungsaktionen beteiligt waren. Sie erhielten schwere Strafen und bis zu sechs Jahre Haft.

Die Anklagepunkte lauteten: Zerstörung eines Gebäudes durch Explosion, unter dem erschwerenden Umstand, dass Personen bei dem Anschlag zugegen waren, Drogenhandel in einer Vereinigung, Brandstiftung, Beschädigung von Fahrzeugen, verbotener Waffenbesitz und Beteiligung an einer kriminellen Vereinigung.

Der Richter sprach von verwerflichen Taten der 19 bis 27 Jahre alten Täter, denen jedes Normbewusstsein abhandengekommen sei und die eine ausgeprägte kriminelle Energie hätten.

Dem Richter zufolge hätten die Anschläge viel schlimmere Folgen haben können und hätten sie ein Angstgefühl in der Bevölkerung ausgelöst.

Wegen unwiderlegbarer Beweise hatten die Täter einen Teil der Anschläge gestanden. Allerdings behaupten sie weiter, dass nicht Probleme im Drogenhandel die Ursache seien, sondern Konflikte zwischen zwei Familienclans. Der Richter hielt diese Behauptungen für unglaubwürdig. „Aufgrund der vielen Taten und in einem breiteren Zusammenhang betrachtet, besteht die Vermutung, dass die Angeklagten im Drogen- und Waffengeschäft tätig waren.“

Foto: Facebook Phayton Cornelis

Der aktuelle Prozess handelte nur von den Anschlägen, die die fünf selbst, im Frühjahr 2019, verübt hatten.

Am 6. März waren drei Fahrzeuge in Antwerpen in Brand gesteckt worden. Sie lösten eine zweiwöchige Vergeltungsaktion zwischen rivalisierenden Drogenbanden aus.

‚Im Grunde hatten wir es hier mit Einschüchterungen zwischen Drogenbanden zu tun“, sagte der Sprecher des Gerichts, Frans Willocx. Wegen der hohen kriminellen Energie und  den Auswirkungen der Drogengewalt auf die Bevölkerung hat der Richter strenge Strafen verhängt. 

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