Anwalt des Onkels, der Ilias mitnahm: aus Liebe zur Natur zusammen unterwegs

Der Onkel des wieder aufgetauchten 12-jährigen Ilias habe keine böse Absicht gehabt, sagt sein Anwalt Ergün Top. Er habe mit seinem Neffen vereinbart habe, campen zu gehen. Der 26-jährige Onkel musste am Nachmittag vor dem Untersuchungsrichter erscheinen und bleibt weiterhin wegen des Verdachts auf Entführung in Haft.

„Er hat Ilias weder bedroht, noch ihm Gewalt angetan oder ihn entführt. Die beiden hatten ein sehr gutes Verhältnis und waren große Naturfreunde. Deshalb waren sie zusammen unterwegs", unterstrich der Anwalt des Onkels.

Im Bekanntenkreis hieß es erklärend zum Verhalten des Onkels, dieser habe mehrere Enttäuschungen erfahren: Er habe die Schule nicht geschafft und hätte es als Firmengründer schwer gehabt. Dann habe er sich  entschlossen, das Überleben in der freien Natur zu trainieren.

Sein Neffe Ilias, der normalerweise in die zweite Klasse der Sekundarschule geht, wollte ihn begleiten. Die beiden hatten ein Naturgebiet im belgisch-französischen Grenzgebiet als Ziel. Gefunden wurden sie in Steenkerke, einem 300-Seelen-Dorf im Hennegau in der Wallonie, als der Onkel sein Telefon wieder einschaltete.

Ilias hatte die Pläne zu Hause geheim gehalten, weil er befürchtete, seine Eltern würden Nein sagen.

Der Onkel habe nichts Böses im Schilde geführt, betonte Anwalt Top: „Er hat nicht an die Folgen oder daran gedacht, dass Ilias minderjährig ist und nicht einfach von der Schule wegbleiben darf. Er wollte dem Jungen sicher nichts Böses. Die beiden haben sich eine gute Zeit gemacht.“

Dass der Onkel als Zeuge in einem Terrorismusdossier ausgesagt habe, spiele in diesem Zusammenhang keine Rolle. „Er war als Zeuge gehört worden, weil er einen Syrienkämpfer kannte. Das war’s auch schon.“ Sein Mandant habe außerdem keinerlei Vorstrafen.

Unten der Bericht aus den Nachrichten von 13 Uhr "Het Journaal":

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