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Kulturfestival-Gründerin und Kuratorin Frie Leysen im Alter von 70 Jahren verstorben

Frie Leysen, international renommierte Kuratorin und Gründerin von Kunst- und Kulturfestivals, ist im Alter von 70 Jahren verstorben. Leysen legte den Grundstein für mehrere große Festivals und war nach einer langen Karriere im eigenen Land auch in Deutschland und im Rest der Welt aktiv. Leysen war zeitlebens eine Verfechterin der künstlerischen Freiheit und Kreativität besonders im Bereich Theater und Bühnenkunst. 

Frie Leysen, die an der Katholischen Universität Löwen mittelalterliche Kunstgeschichte studierte, war von 1980 bis 1991 die erste Direktorin des Kulturzentrums de Singel in Antwerpen und gemeinsam mit ihren langjährigen Mitstreiter Guido Minne gründete sie Mitte der 1990er Jahre das internationale Brüsseler KunstenFestivalDesArts. Leysen war dort mehr als 10 Jahre lang als Leiterin aktiv und sorgte dabei auch für eine internationale und grenzenlose Ausstrahlung.

Im Laufe der Jahre war sie an etwa 2007 maßgeblich an ähnlichen Festivals, Events und Kunstereignissen auf der ganzen Welt aktiv: Get Lost in den Niederlanden, Theater der Welt im Ruhrgebiet, Berliner Festspiele, Wiener Festwochen, Asian Arts Theatre in Südkorea, Meeting Points - ein multidisziplinäres Kunstfestival in 9 arabischen Städten oder auch beim Ashkal Alwan Festival in Beirut.

(Lesen Sie bitte unter dem Foto weiter)

Frie Leysen mit König Albert II.
BELGA/VERGULT

Frie Leysen, die 1998 in den Adelsstand in Belgien erhoben wurde, empfing in ihrem reichen Kultur schaffenden Leben zahlreiche nationale und internationale Preise und Auszeichnungen: Den Arkpreis für das freie Wort, den Preis der Flämischen Gemeinschaft für allgemeine kulturelle Verdienste, den Erasmuspreis als „unerschrockene Vorfechterin für Bühnenkünste und für die Erneuerung im internationalen Theater“.

Gemeinsam mit Christophe Slagmuylder erhielt sie auch den Prix Bernadette Arbaté, ein Theaterpreis im frankophonen Spektrum in Belgien, für die Arbeit beim Brüsseler KunstenFestivalDesArts und zuletzt 2019 einen Lifetime Achievement Award der European Festivals Association „für den jahrelangen Einsatz für Künstler über die Landesgrenzen hinaus und für ihren Glauben an die kreative Freiheit“. 

Sie erhielt 2007 auch ein Ehrendoktorat an der Freien Universität Brüssel (VUB - Foto unten).

BELGA/DOPPAGNE

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