Belgien: Reisen in "Rote Zonen" sind bald nicht mehr strikt verboten

Belgiens Außenminister Philippe Goffin (MR) teilte mit, dass Reisen in Länder oder Regionen, für die die Reisewarnung „Code rot“ gilt, ab dem kommenden Freitag, den 25. September, nicht mehr strikt verboten sind. Das bedeutet zunächst, dass die belgischen Behörden wieder auf das System der Reisewarnungen zurückgreifen, wie es schon vor der Corona-Epidemie/Pandemie gehandhabt wurde. 

Die sogenannte „Reiseampel“ mit ihren Farbcodes, die nach dem Corona-Lockdown im Juli in Belgien eingeführt wurde, bleibt als Maßstab für die Reisewarnungen allerdings bestehen: „Rote Zone“ - Hochrisikogebiet, „Orange Zone“ - Gebiet mit Risiken, „Grüne Zone“ - Reisen sind unbedenklich. Unverändert bleiben auch die Schritte, die Reisende gehen müssen, wenn sie aus Corona-Hochrisikozonen zurück nach Belgien kommen: Covid-19-Test machen und für zwei Wochen in Quarantäne gehen.

Außenminister Goffin erinnerte aber gegenüber VRT NWS und unseren frankophonen Kollegen der RTBF daran, dass auf nicht notwendige Reisen in „Rote Zonen“ weiterhin verzichtet werden sollte, denn dort bestehe nach wie vor eine akute Gefahr, sich mit Covid-19 anzustecken. Bestraft wird ab Freitag, den 25. September niemand mehr, der aus Belgien in eine Hochrisikozone reist und von dort wieder zurückkehrt. Belgien appelliert aber an die Vernunft und an das Verantwortungsbewusstsein der Bürger in Sachen Corona.

Nach wie vor entscheidet jedes EU-Land selber, welche Reisewarnungen es ausspricht. Auch Belgien wünscht sich einheitliche europaweite Regelungen in dieser Frage. Auf eines aber will man verzichten und zwar auf Grenzschließungen, wenn die Corona-Infizierungen in Europa weiter steigen wie bisher.

Dies will der Ministerpräsident der Deutschsprachigen Gemeinschaft in Belgien, Oliver Paasch (ProDG), absolut vermeiden, wie er gegenüber unseren Kollegen vom ostbelgischen Rundfunk BRF und der deutschsprachigen Tageszeitung Grenzecho andeutete. Er stehe in dieser Frage in Kontakt mit den zuständigen Behörden im Inland und in den benachbarten Ländern, so Paasch. Belgien ist nach EU-Richtlinien faktisch jetzt ein Hochrisikoland, denn seit Anfang dieser Woche hat Belgien den Schwellenwert von 120 Corona-Infektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb von 14 Tagen überschritten. 

Belga

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