Premier Wilmés: "Es ist möglich, dass es kurzfristig zu neuen Einschränkungen kommt"

Ein Tag nach den vom Nationalen Sicherheitsrat für Belgien angekündigten Lockerungen der Corona-Maßnahmen warnte Premierministerin Sophie Wilmés (MR - Foto) in der Ersten Kammer des belgischen Bundesparlaments vor möglichen Einschränkungen, falls sich die Corona-Zahlen in den kommenden Tagen weiter verschlechtern. Inzwischen warnt die EU ihre Mitgliedsländer vor einem neuen Lockdown.

Die Regelung, die das 5er-Gruppen-System zu den möglichen engen sozialen Kontakten lockert, könnte schnell wieder angepasst bzw. verschärft werden, sagte Premierministerin Wilmés einen Tag nach den neuen Ankündigungen des Nationalen Sicherheitsrates in der Abgeordnetenkammer in Brüssel: „Je ernster die Gesundheitssituation wird, je mehr wird die Zahl der möglichen Kontakte eingeschränkt.“

„Ich kann jetzt schon sagen, dass die Chance groß ist, dass wir auch kurzfristig mehr Einschränkungen einführen, denn die Entwicklung der Gesundheitslage in unserem Land ist nicht von Vorteil“, so Wilmés in der Kammer.

Barometer kommt in einigen Tagen

Die Premierministerin ging auch auf die Kritik vieler ein, dass der geplante Barometer, der die erlaubten Kontakte je nach Entwicklung des Coronavirus im Land regeln soll, im Rahmen der Pressekonferenz nach dem Nationalen Sicherheitsrat weder konkret vorgestellt wurde, noch bereits vorliegt.

Am Mittwoch hieß es zum Entsetzen von Medizinern, Wissenschaftlern, Virologen und anderen Fachleuten, dass dieser Barometer in etwa zwei Wochen vorliegen werde. Zuvor müssten sich noch Fachgremien aus Behörden und dem Gesundheitswesen damit befassen. Jetzt gab Wilmés zu verstehen, dass diese Arbeit schon in den kommenden Tagen abgerundet werde.

Europa warnt vor einem neuen Lockdown

Inzwischen ruft EU-Gesundheitskommissarin Stella Kyriakides die Mitgliedsländer der Union dazu auf, alles daranzusetzen, dass sich das Virus nicht weiter so schnell wieder ausbreitet, wie bisher: „Dies ist die letzte Chance, um eine Wiederholung des Lockdowns zu vermeiden.“

Das Europäische Zentrum für Gesundheitsprävention (ECDC) hält weiter an der 14-Tage-Quarantäneregelung fest. Belgien hatte dieses System am Mittwoch auf 7 Tage (mit möglicher Verlängerung) heruntergesetzt. Das ECDC hatte Belgien ebenfalls am Mittwoch auf der Corona-Weltkarte von „orange“ auf „rot“ gesetzt. Demnach ist unser Land eine Risikozone. 

Meist gelesen auf VRT Nachrichten