Apple-Kritik: Auch die flämischen Tageszeitungen beteiligen sich an Coalition for App Fairness

Weil die Herausgeber der flämischen Tageszeitungen 30 % ihrer App-Einnahmen an den App-Store von Apple verlieren, haben sie sich der Coalition for App Fairness angeschlossen. Dass der Technologieriese einen Teil ihrer Einnahmen im App-Geschäft schröpft, wollen die Tageszeitungen nicht mehr länger hinnehmen. 

Wie die Musikstreaming-Plattformen Spotify und Deezer oder Gameproduzent  Epic Games, u. a. Fortnite, haben jetzt auch Mediahuis, DPG Media und Mediafin, sich der Protestaktion angeschlossen, um Apple unter Druck zu setzen.

Wenn ein Leser flämischer Tageszeitungen im Internet einen Artikel kaufen will, gehen 30 % der Einnahmen an Apple. „Unter diesen Umständen haben wir keine andere Wahl: Entweder verteuern wir unsere Produkte oder wir verlieren ein Teil unseres Geldes“, sagt Wout Van Wijk, Vorsitzender der europäischen HerausgeberverbanNews Media Europeds .

Erschwert wird die Lage der Zeitungen auch dadurch, dass Technologieriesen wie Facebook und Google jetzt schon einen Teil der Reklameeinnahmen der Zeitungen abzweigen.

Apple profitiert auch auf einer anderen Ebene von den App-Produzenten, da das Technologieunternehmen Zugang zu den Nutzerdaten hat. „Sobald die App im Apple-Laden zur Verfügung steht, werden die Nutzerdaten Eigentum von Apple. Mehr noch: Sie verwenden diese Daten, um ihre eigenen Produkte zu verbessern“, klagt Van Wijk.

Darüber hinaus kann Apple seine eigenen Produkte preiswerter anbieten. Wer sich nicht an die Apple-Bedingungen hält und Kritik ausübt, wird aus dem App-Store verbannt. Laut Van Wijk hat Apple zu viel Macht.

Eine Lösung könnte die Ausbreitung der App-Geschäfte sein. Neben den Giganten Android von Google und iOS von Apple hat sich auch die Huawei App Galery etabliert. Damit sind die Apple-Kunden aber noch nicht aus dem Schneider, denn „wer einmal mit einer Technologie vertraut ist, wird kaum zu einem anderen Anbieter wechseln“, glaubt Van Wijk. 

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