10 Corona-Tests von 100 sind positiv: Brüssel verschärft die Vorschriften

Ab Montag und für die nächsten drei Wochen werden die Kneipen und Bars in Brüssel bereits um 23 Uhr schließen. Zwischen 23 Uhr und 6 Uhr morgens gilt auch ein Versammlungsverbot für mehr als zehn Personen.

Neben der früheren Sperrstunde für Kneipen und Bars gilt auch ein Versammlungsverbot für mehr als zehn Personen zwischen 23 Uhr und 6 Uhr morgens.

Darüberhinaus müssen Buchläden mit einer Spielecke und Geschäfte, die Getränke oder Esswaren verkaufen, um 22 Uhr schließen.

Des Weiteren ist das Essen auf den Märkten in der Hauptstadt-Region vorübergehend verboten. 

Zwar wurde die allgemeine Maskenpflicht in der Region abgeschafft,  aber  jeder muss fortan eine Maske dabeihaben. In bestimmten Stadtvierteln kann das Tragen einer Maske wohl verordnet werden. Ab dem 1. Oktober gilt die Maskenpflicht an den Schultoren und in den Geschäftsstraßen.

Verständnis, aber auch verärgert

Obwohl die Gaststätten in der Region Brüssel-Hauptstadt statt um Mitternacht bereits um 23 Uhr schließen müssen, zeigt der Restaurant-  und Gaststättenverband Verständnis, wie sein Vertreter, Marc Van Muylders, sagte: „Angesichts der steigenden Corona-Zahlen in Brüssel bleibt uns nichts anderes übrig.“

Manche Gastwirte reagieren auch verärgert, so Van Muylerds: „Kneipen und Gaststätten haben sich auf die Abstands- und Maskenpflicht eingestellt und halten diese ein. Hoffentlich überwachen die Behörden jetzt auch das Versammlungsverbot. Sonst feiern die Leute einfach draußen weiter und wird unser Gewerbe ohne Grund finanziell schwer geprüft.“

Corona in der Brüsseler Region

Die Corona-Epidemie breitet sich rasend schnell in der Brüsseler Region aus: Von 100 Corona-Tests fallen zurzeit 9,5 Tests positiv aus.  Auf Landesebene bestätigt nur jeder 20. Test eine Corona-Infektion.

In der vorigen Woche wurden in der Hauptstadtregion 2.199 Corona-Infektionen registriert. Anfang Juli lag der Wochendurchschnitt noch bei 100 Neuinfektionen. 

Je 100.000 Einwohner zählt Brüssel circa 181 neue Corona-Infektionen pro Woche. Dieser Anteil steigt seit Mitte Juli ununterbrochen. Betroffen sind insbesondere sozialschwache Gemeinden, darunter Sint-Joost-ten-Node, Koekelberg, Ganshoren und Molenbeek.

Für die 19 Brüsseler Gemeinden gilt aktuell die höchste Alarmstufe (4), das heißt, das sowohl die Bürgermeister als auch die Bundesbehörden Maßnahmen gegen die Verbreitung des Virus ergreifen können. Die Bürgermeister der Hauptstadtregion waren am Samstag in einer Eilsitzung zusammengekommen, um neue Vorschriften zu erlassen.  

Nicolas Maeterlinck

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