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Drei Männer nach gescheiterter Gefangenenenbefreiung mit Hubschrauber verhaftet - Motiv Liebe?

Die Staatsanwaltschaft von Antwerpen hat bestätigt, dass am Samstagabend drei Männer im Zusammenhang mit der versuchten Gefangenenbefreiung verhaftet worden sind. Aus den ersten Verhören geht hervor, dass der Hauptverdächtige seine versucht habe, seine Frau aus dem Frauengefängnis von Vorst zu befreien.

Der Hauptverdächtige, ein 24-jähriger Mann aus Tongeren, war auf freiem Fuß, jedoch unter elektronischer Aufsicht. Seine zwei Komplizen waren ein 18-Jähriger aus Bilzen und ein 22-Jähriger aus Lanaken, ebenfalls Provinz Limburg. Der 50-jährige Adoptionsvater des Hauptverdächtigen wurde unter Auflagen freigelassen.

Anscheinend wollte der Hauptverdächtige seine Frau aus dem Frauengefängnis in Vorst befreien. Die beiden hatten sich im Besucherraum des Gefängnisses von Hasselt kennengelernt, wo der Mann wegen Drogenschmuggels festsaß.

Die Staatsanwaltschaft von Antwerpen hat einen Untersuchungsrichter angestellt, der wegen eines bewaffneten Überfalls, Bandenbildung, Waffengebrauch, widerrechtliche Freiheitsberaubung und Fluchtversuch ermittelt. 

Im Vorfeld hatten die Täter einen besonders großen Helikopter mit 6 Sitzplätzen und einen sehr erfahrenen Piloten gebucht.

Der Grund für den Flug seien Luftaufnahmen.  Nachdem sie auf dem Flughafen von Veurne an Bord gegangen waren,  holten sie eine Waffe heraus und zwangen die 35-jährige Pilotin den Kurs zu ändern und Richtung Brüssel zu fliegen.

Die Pilotin informierte die Männer, dass es kaum möglich sei, unbemerkt in den Brüsseler Luftraum einzudringen, da dieser wegen der Nähe zum Flughafen Brussels Airport ständig observiert würde und immer eine Genehmigung erforderlich sei.

Unten folgt die Reportage aus "Het Journaal". Nach dem Video geht es weiter:

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Im Bilde

Die Männer hielten an ihrer Forderung fest und der Hubschrauber flog tatsächlich über die beiden Gefängnisse, die direkt nebeneinander liegen. Der Hubschrauber blieb eine ganze Zeit lang über dem Gelände, konnte wegen seiner Größe aber nicht auf dem Innenhof landen.

Einem aufmerksamen Anwohner war das Manöver des Helikopters aufgefallen (siehe Twitter).

Nach dem gescheiterten Versuch im Gefängnis zu landen, flog der Hubschrauber nach Hélécine, in der Provinz Wallonisch-Brabant. Dort landete er auf einem Carpool-Parkplatz und sind die drei Männer ausgestiegen.

Die Sprecherin des Strafvollzugssystems, Kathleen Van De Vijver, teilte mit, dass keine Haftinsassen aus den Brüsseler Haftanstalten geflüchtet seien und niemand fehle. Alle Aktivitäten in den beiden Anstalten wurden wegen des Zwischenfalls abgesagt.

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