Geert Molenberghs

Experten sehen eine vorsichtige Entspannung bei den Corona-Statistiken

Geert Molenberghs, Biostatistiker an der Universität von Hasselt (UHasselt - Foto), beobachtet eine hoffnungsgebende Entwicklung in der Corona-Statistik, doch er bleibt vorsichtig: „Es kann aber auch sein, dass wir langsam unsere Grenzen erreicht haben, wodurch wir dem Anstieg nicht mehr folgen können.“ Virologe Steven Van Gucht stellt fest, dass sich die Anstrengungen der Gesellschaft lohnen. 

Biostatistiker Geert Molenberghs sagte am Montagmorgen gegenüber VRT NWS: „Wir beobachten eine deutliche Abnahme der Geschwindigkeit bei den steigenden Zahlen. Ein Großteil der Bevölkerung ist vorsichtiger geworden und begreift, dass die Zahlen nach unten gehen müssen. Also kommen wir hoffentlich bald zu einer Stagnierung und danach zu sinkenden Werten.“

Molenberghs ist der Ansicht, dass der Beginn des neuen Schuljahres nicht unbedingt verantwortlich für die steigenden Werte sind. Er führt dies noch immer auf Reiserückkehrer aus Risikogebieten zurück: „Inzwischen kehren deutlich weniger Leute aus dem Ausland wieder zurück. Das kann auch eine Rolle in dieser langsamen Stagnierung spielen.“

"Ermutigendes Signal"

Der Virologe und Leiter von Sciensano Steven Van Gucht (Foto unten) beobachtet ebenfalls eine solche Entwicklung: „Seit einer Woche sehen wir, dass die Zunahme weniger deutlich wird, wodurch wir uns möglicherweise in Richtung einer neuen Plateauphase bewegen. Das ist ein ermutigendes Signal. Es zeigt, dass wir alle Zusammen etwas erreichen können.“

Auch Van Gucht geht nicht davon aus, dass die Schulen ein Problem sind: „Bei Kindern unter 10 Jahren sehen wir sogar sinkende Zahlen. Die anderen Altersgruppen lassen aber weiter einen Abstieg sehen. Bei den über 70-Jährigen fällt auf, dass die Neu-Infizierungen höher liegen, als im nationalen Durchschnitt.“ Dort sei ein Anstieg um 42 % innerhalb einer Woche zu registrieren, so Van Gucht.

Lokal strengere Maßnahmen empfohlen

Weder in den Hochschulen und den Universitäten ist seit dem Beginn des neuen akademischen Jahres auch kaum ein Anstieg zu verzeichnen, so die Corona-Experten.

Auf lokaler oder provinzialer Ebene steigen die Zahlen vor allem in Brüssel und in Lüttich und auch wieder in Antwerpen. Van Gucht empfiehlt dort, wo besonders viele Infizierungen zu beobachten sind, strengere Maßnahmen, wie sie seit dem Wochenende z.B. in der Brüsseler Hauptstadt-Region wieder gelten. 

Steven Van Gucht

Meist gelesen auf VRT Nachrichten