Mini-Europa

Löwen oder Tienen: Bald ein neues Zuhause für Mini-Europa?

Nach dem jetzt endgültig feststeht, dass die Touristenattraktion Mini-Europa am Heizel in Brüssel definitiv am Jahresende geschlossen werden muss, bieten sich Möglichkeiten, die Anlagen doch zu erhalten. Politiker aus Löwen und Tienen in der Provinz Flämisch-Brabant bieten sich an, Mini-Europa dort eine neue Zukunft zu geben.

Mini-Europa mit seinen Miniatur-Nachbauten von den wichtigsten Gebäuden und Locations in der Europäischen Union sei eine Ikone in Belgien, so der liberale Lokalpolitiker Dave Froidcoeur (Open VLD) aus Tienen: 

„Ich glaube, jeder ist dort schon einmal gewesen. Es wäre schön, wenn so ein bekannter Freizeitpark in eine kleinere Stadt wie Tienen kommen würde. Wir möchten aus Tienen in Flämisch-Brabant eine Zentrumstadt machen, also sind wir deswegen auch auf der Suche nach Trümpfen, die wir ausspielen können. Wir haben schon den Tiense Suiker (die berühmte Zuckerfabrik von Tienen (Red.)), doch es wäre schön, wenn wir dem noch etwas weiteres hinzufügen könnten.“

Was ist eine Zentrumstadt?

Eine Zentrumstadt ist im Bereich der Raumordnung der flämischen Landesbehörden eine Stadt mit einer relativ hohen Bevölkerungszahl im Vergleich zu den Gemeinden in der näheren Umgebung. Solche Städte müssen hier eine zentrale Funktion in den Bereichen Arbeit, Pflege und Gesundheit, Unterricht sowie Kultur und Unterhaltung einnehmen. Tienen will diesen Status einnehmen, auch und gerade, weil dieser mit zusätzlichen Zuschüssen verbunden ist.   

Auch in Löwen zeigt sich Interesse für Mini-Europa

In der Universitätsstadt Löwen zeigt sich ebenfalls Interesse daran, Mini-Europa herzuholen. Hier haben die flämischen Nationaldemokraten N-VA die Initiative ergriffen und bereits Gespräche mit den Betreibern der Attraktion geführt.

N-VA-Stadtratsmitglied Debby Appermans erklärte gegenüber dem VRT-Sender Radio 2/Flämisch-Brabant: „Das ist ein echter Anziehungspunkt für Touristen und Löwen wäre eine ausgezeichnete alternative Location dafür. Löwen kann Mini-Europa einige Trümpfe bieten. Unsere Stadt liegt zentral, ist mit den öffentlichen Verkehrsmitteln leicht erreichbar und kann den Touristen noch vieles mehr bieten.“

Mini-Europa schließt am Heizel am 31. Dezember 2020 definitiv die Türen in Brüssel. 

Nicolas Maeterlinck

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