Herbststurm Odette spült 1.000 Flaschen Motoröl nach 54 Jahren ans Ufer

An der Westküste in Belgien und in Nordfrankreich sind über 1.000 Flaschen Motoröl von British Petroleum (BP) angespült worden. Die Verschmutzung war am Montag von einem Strandgänger aus Oostduinkerke bemerkt und gemeldet worden. 

Der Strand lag voller Flaschen mit Motoröl, manche davon ausgelaufen. Noch nie habe er eine Verschmutzung in diesem Umfang gesehen, sagte Strandgänger Aäron Fabrice de Kisangani gegenüber der VRT. Er forderte die Küstengemeinden auf, die Flaschen so schnell wie möglich einzusammeln.

Zusammen mit dem Königlichen Institut für Naturwissenschaften in Oostende versucht de Kisangani zu klären, wo genau die mit Motor- und Bremsöl gefüllten Plastikflaschen auf dem Meeresgrund liegen.

1966

Bereits 2018 hatte der Strandgänger 15 Behälter mit Schweröl von BP am Strand gefunden. Es war nicht das erste Mal, dass dieselben Produkte, allesamt mit der Jahreszahl 1966 gekennzeichnet, an Land gespült wurden.

1967 waren die ersten BP-Motorölflaschen auf der holländischen Insel Texel aufgetaucht. „Sie sind damals sogar noch an Autohändler weiterverkauft worden“, konnte de Kinsangani recherchieren. 1980, 2014, 2016 und 2017 wurden dieselben Flaschen auch an der niederländischen Küste angespült. „Aber die Verschmutzung an der belgischen und nordfranzösischen Küste ist von einem anderen Ausmaß“, betont der Strandgänger, der die Plastikflaschenschwemme von Oostduinkerke bis nach Duinkerke in Frankreich beobachten konnte.

Lage des Containers orten

Ein Schiff muss den Container in den 1960er Jahren auf See verloren haben. Inzwischen ist dieser wahrscheinlich vollkommen durchgerostet. Der starke Sturm in den vergangenen Tagen muss eine größere Öffnung geschlagen haben, sodass die Flaschen vom Wind und von der Strömung an den Strand getrieben wurden, vermutet de Kisangani.“

Das Institut für Naturwissenschaften untersucht die Mikroorganismen an den gestrandeten Flaschen, um herauszufinden, wo in der Nordsee der Container liegen könnte. Hoffentlich gelingt es uns, damit der Container geleert werden kann, bevor seine Ladung noch mehr Schaden anrichtet.

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