BELGA/VAN ASSCHE

Kokainhandel zwischen Belgien und Südamerika: Bande ausgehoben und 16 Personen verhaftet

Die belgische Bundespolizei und die Staatsanwaltschaft Limburg haben einen Drogenhändler- und Schmugglerring ausgehoben, der direkte Verbindungen zu höchsten gesellschaftlichen Kreise hat. Dabei ging es um Drogengeschäfte im großen Stil zwischen Südamerika und Belgien. 

Bei Hausdurchsuchungen und Razzien an 54 Stellen im In- und Ausland wurden alleine in Belgien in den Provinzen Limburg und Antwerpen 29 Personen festgenommen. Gegen 16 von ihnen - darunter der Betreiber des Logistik- und Transportunternehmens „Mexico Natie“ im Hafen von Antwerpen, Disponenten und andere Transport-Experten sowie mehrere Polizisten -  wurde wegen des Verdachts auf Drogenhandel, Geldwäsche und Mitgliedschaft in einer kriminellen Organisation Haftbefehl erlassen. Diese Aktion war die Folge von ähnlichen Razzien vor einigen Tagen (siehe nebenstehenden Beitrag).

Gut organisierte Bande

Weitere Festnahmen gab es auch in den Niederlande, in Spanien und auf den britischen Inseln. Die Polizei stellte zudem 1,3 Millionen Euro Bargeld, rund Fahrzeuge - zumeist Luxus- und Sportautos - und ein Waffenarsenal sicher.

Die Ermittlungen kamen Ende letzten Jahres ins Rollen nach dem 2,8 Tonnen Kokain in einem Container in Antwerpen entdeckt wurden. Der Container war für ein Unternehmen in Maasmechelen in Limburg bestimmt. Daraufhin arbeiteten Polizei und Justiz daran, möglichst die ganze Bande hochgehen zu lassen. Diese war gut aufgestellt mit z.B. einem kryptischen und codierten Telefonsystem und mit Gegenobservationen durch Polizisten, die Teil der Organisation waren.

Enorme Gewinne auf allen Ebenen

Laut Ermittlungen schmuggelte die Bande mindestens 6,5 Tonnen Kokain von Südamerika nach Europa über den Hafen von Antwerpen. Das lieferte ihr einen geschätzten Umsatz von 195 Mio. €. Der Straßenverkaufswert inkl. Provisionen für die großen und die kleinen Dealer würde sich wohl auf bis zu 325 Mio. € belaufen haben…

Polizei und Justiz sind entsetzt darüber, wie sich dieser illegale Handel bis hin in hohe Kreise zurückverfolgen lässt: „Die Mittäterschaft sitzt auf allen Ebenen. Und das ist beunruhigend.“ Diese Art Drogenhandel sorge für zahllose Abhängige, für auch mitunter tödlich verlaufende gewalttätige Abrechnungen intern und zwischen verschiedenen Banden sowie zu wirtschaftlichen Schäden z.B. durch Beeinflussung von Transportwegen, so die Bundesstaatsanwaltschaft. 

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