Andreas Kockartz

Manneken Pis in Schwarz-Rot-Gold - Brüssel feiert die deutsche Einheit

Zum 30. Jahrestag der deutschen Wiedervereinigung wurde auch in der europäischen Hauptstadt Brüssel an dieses geschichtlich bedeutende Ereignis erinnert. Dazu kleideten Brüssel und die deutsche Botschaft das Wahrzeichen der Stadt, Manneken Pis, in Schwarz-Rot-Gold. In seiner ureigenen Eigenschaft als das berühmteste Pinkelmännchen der Weit erinnerte auch Manneken Pis  an die Überwindung der deutschen Teilung.

Das Brüsseler Wahrzeichen war am Samstagvormittag in ein schwarz-rot-goldenes Kostüm gehüllt worden. Außerdem bekam Manneken Pis zum Einheitsfeiertag der Deutschen eine Europa-Flagge in die Hosentasche gesteckt. Die Aktion sollte die zentrale Rolle der europäischen Integration beim Ende des Kalten Krieges sowie dem Zusammenwachsen von Ost und West unterstreichen. Deutschlands Botschafter in Belgien, Martin Kotthaus, hatte das besondere Kleidungsstück zuvor im Rathaus übergeben.

Auf dem Oberteil von Manneken Pis ist eine Linie zu erkennen, die die ehemalige deutsch-deutsche Grenze symbolisieren soll. Kotthaus sagte bei der Enthüllung, es sei eine Ehre, die Statue so ausstatten zu dürfen. Am Montag soll die Figur den Einheitsdress noch einmal tragen. Manneken Pis wird zu speziellen Anlässen bekanntlich häufig verkleidet und unweit seines Standortes beherbergt ein eigenes Museum dessen Kleiderschrank mit tausenden Klamotten. Am späten Samstagnachmittag weihte auch das folkloristische Brüsseler Manneken Pis-Komitee die neue Verkleidung mit deftigen Liedern im Brüsseler Dialekt ein (Fotos unten).

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Andreas Kockartz

„Ich wünsche einen wunderschönen Tag“

Die neue belgische Außenministerin, Ex-Premierministerin Sophie Wilmés (MR) hatte den Deutschen am Samstag mit einer Videobotschaft zum Tag der Einheit gratuliert: "Die Wiedervereinigung war der Anfang eines neues Kapitels - nicht nur in der Geschichte Deutschlands, sondern auch in der Geschichte Europas. (…) Dies ist ein Moment, in dem wir einmal darüber nachdenken können. (...) Ich wünsche einen wunderschönen Tag.“

Am Samstagabend fand in der Brüsseler Innenstadt eine Multimedia-Show mit Lichtprojektionen auf der Fassade des Rathauses statt. Videos, Fotos, Texte und Musik zeigten das wiedervereinte Deutschland in Europa in all seinen Facetten.

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Andreas Kockartz
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Die „Verschwindende Wand“

Auf dem Großen Markt vor dem Brüsseler Rathaus machte auch die interaktive Kunstinstallation „Verschwindende Wand“ auf ihrer Europatour halt. Auf etwa 6.000 Holzklötzchen stehen eingravierte Zitate bekannter Europäer, die das Goethe-Institut in mehreren lokalen Wettbewerben gesammelt hat.

Besucher, Neugierige und Intetressenten können solche Klötze mitnehmen, so dass am Ende nur ein leeres Plexiglas-Gitter übrig bleibt - sinnbildlich für den Fall der Berliner Mauer. Die Installation wird während der laufenden deutschen EU-Ratspräsidentschaft in zehn europäischen Ländern gezeigt.

Die „Verschwindende Wand“ wird nach ihren Besuchen in Antwerpen vor einigen Tagen und jetzt in Brüssel noch ein weiteres Mal in Belgien zu erleben sein. Vom 5. bis zum 8. November ist sie zu Gast in der wallonischen Regionalhauptstadt Namür. 

Andreas Kockartz

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