Im Allgemeinen Städtischen Krankenhaus (ASZ) von Aalst
James Arthur Photography

Aalst will keine weiteren Brüsseler Covid-Patienten mehr: "Grenze unserer medizinischen Solidarität erreicht"

Der Bürgermeister der ostflämischen Stadt Aalst, Christoph D’Haese (N-VA) will nicht, dass noch mehr Corona-Patienten aus Brüssel in die Kliniken seiner Stadt gebracht werden. Ein Plan der belgischen Gesundheitsbehörden sieht vor, dass Patienten nach Aalst verlegt werden, wenn Kliniken in Brüssel an die Grenze ihrer Belastung kommen. Doch der flämische Nationalist hat damit ein Problem: „Die Grenze unserer medizinischen Solidarität ist erreicht.“

Seit einigen Tagen werden Corona-Patienten aus überbelegten Brüsseler Kliniken ins Aalster Onze-Lieve-Vrouwziekenhuis van Aalst (OLV) und ins Allgemeine Städtische Krankenhaus (ASZ - Foto oben) gebracht. Auch Aalst selbst lässt dort einige an Covid-19 erkrankte Bürger aus der eigenen Stadt behandeln.

Christoph D’Haese (N-VA - Foto unten), der Bürgermeister der Stadt, will, dass das jetzt endet, denn er befürchtet, dass die Verlegung von Brüsseler Patienten die Versorgung der Kranken aus der eigenen Gemeinde auf Dauer beeinträchtigen wird:

„Es spricht für sich, dass den Menschen geholfen werden muss. Das nicht zu tun, wäre unterlassene Hilfeleistung. Es gibt Grenzen an der medizinischen Solidarität und ich glaube, dass diese hier und jetzt erreicht ist. Ich gehe davon aus, dass das Basisprinzip, dass Patienten aus Aalst auch in Aalst behandelt werden müssen, weiterhin gilt. Das ist das am besten medizinisch zu Verantwortende.“

Spielen auch wirtschaftliche Faktoren eine Rolle?

D’Haese will Rücksprache dazu halten, damit gewährleistet bleibt, dass für Patienten aus seiner Stadt auch dort Krankenhausbetten freigehalten werden. Er befürchtet, dass durch die Corona-Patienten aus Brüssel die normale medizinische Versorgung, wie Operationen und Routinebehandlungen bei Bürgern seiner Stadt nicht mehr gewährleistet werden können und das diese ebenfalls in andere Städte verlegt werden.

Der Bürgermeister ist auch Mitglied des regionalen Corona-Krisenzentrums und Verwaltungsratsmitglied des städtischen ASZ-Krankenhauses und in diesem Zusammenhang unterstreicht er, dass auch seine Kliniken wirtschaftlich Gewinne erzielen müssen und dass dies mit Corona-Patienten, zumal aus anderen Regionen, nicht möglich ist…

Was D’Haese befürchtet, schließen die belgischen Gesundheitsbehörden aus. Die Verlegung von Corona-Patienten in andere Städte und Gemeinden, heißt es dort, dürfen nicht zu Lasten der betroffenen Krankenhäuser gehen. Solange Covid-19 nicht das belgische Gesundheitswesen in Gefahr bringt, sind solche Befürchtungen unbegründet. 

Christoph D'Haese
James Arthur Photography

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