Belgische Regierung ließ Millionen Mundschutzmasken zwischen 2015 und 2018 vernichten

Weil die Lagerung des Mundschutzmaskenvorrats mehr gekostet hätte als deren Vernichtung, hat die frühere belgische Regierung Millionen Masken vernichten lassen. Die Qualität des Maskenvorrats war zuvor nicht geprüft worden. Während seiner Recherchen konnte das Reporterteam des VRT-Fernsehprogramms Pano einen Restbestand auftreiben und testen lassen. 

Das Pano-Reporterteam hat die Vernichtung von Millionen Mund- und Nasenschutzmasken untersucht, die von der früheren Bundesgesundheitsministerin Maggie De Block (Open VLD) angeordnet worden war. Ein Teil der Ladung wurde von der Pano-Redaktion zurückgefunden und getestet. Mit dem Ergebnis, dass die Masken von einwandfreier Qualität waren und zum Schutz vor dem Corona-Virus noch hätten dienen können.

2006 hatte die damalige belgische Regierung einen Epidemie-Notfallplan erarbeitet, zu dem auch die Anschaffung eines strategischen Vorrats an Mund- und Nasenschutzmasken gehörte.

Weil der Vorrat unter schlechten Bedingungen gelagert wurde, war ein Teil des Maskenvorrats nicht mehr brauchbar und wurde zwischen 2015 und 2018 vernichtet. Fünf Millionen FFP2-Masken, deren Datum abgelaufen war, wurden 2015 verbrannt. Die chirurgischen Mundschutzmasken waren auf einem Militärgelände gelandet. Als die Gebäude zum Verkauf standen, ordnete die Ministerin die Vernichtung des Vorrats an.

Der strategische Vorrat an Mund- und Nasenschutzmasken war von der belgischen Regierung nicht wieder aufgefüllt worden. Beim Ausbruch der Corona-Krise im März und April mussten Mitarbeiter der Gesundheitseinrichtungen oft ohne Maske arbeiten, da diese Schutzmittel nirgends aufzutreiben waren. 

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