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Die Königliche Bibliothek von Belgien eröffnete ein Museum über die Herzöge von Burgund

Die Königliche Bibliothek von Belgien (KBR) zeigt zum ersten Mal kostbare Handschriften aus der persönlichen Bibliothek der Herzöge von Burgund. Dazu eröffnete die KBR ein eigenes Museum, dass diese 600 Jahre alte burgundische Sammlung permanent der Öffentlichkeit zugänglich macht. Brüssel folgt damit dem Beispiel der British Library in London, die heute auch weit mehr ist, als „nur“ ein Platz zum Studieren oder um Archive zu wälzen. 

Heute will sich die Königliche Bibliothek von Belgien am Kunstberg im Herzen Brüssels zwischen der Altstadt und dem historischen Regierungs- und Museumsviertel einem breiten Publikum öffnen. Ziel ist, für die eigene Geschichte zu werben, denn hier in den Archiven ist mehr (Kultur-)Geschichte zu finden, als man sich vorstellen kann.

Ein Teil dieser Geschichte betrifft die Zeit der Herzöge von Burgund in unseren Breitengraden und die interessantesten Stücke der neuen permanenten Ausstellung im neuen Museum der KBR kommen aus der früheren privaten Bibliothek der Familien der Herzöge. Diese Sammlung, die sich im Besitz des Hauses befinden, ist als die „Librije“ bekannt und stellt eine wahre „Schatzkammer“ aus der Zeit um das 15. Jahrhundert dar. Die KBR wacht seit über 600 Jahren über diese Bibliothek von kulturhistorisch unschätzbarem Wert.

Die „Librije“

Auf ihrem Höhepunkt umfasste die „Librije“ rund 900 Handschriften, von denen trotz Kriegen, Brandschatzung und Revolutionen noch rund ein Drittel vorhanden sind. 40 dieser Handschriften sind in der aktuellen Ausstellung zu sehen.

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Im neuen Museum sind neben kostbaren Handschriften auch Kunstwerke aus dieser Zeit und Gebrauchsgegenstände aller Art der herzoglichen Familien zu entdecken. Diese Gegenstände und Kunstwerke unterstreichen auch den Wohnstand dieser Herzöge, die seinerzeit den angesehensten Künstlern Aufträge erteilten. Ein Beispiel ist Teil 1 der „Chroniken des Hennegaus“ („Les Chroniques du Hainaut“) aus dem Zeitraum 1447 bis 1468, ein Buch, für das die zahlreichen Zeichnungen und Miniaturen von Rogier van der Weyden angefertigt wurden. Der Renaissancemaler Van der Weyden (1398 oder 1400 - 1464) gilt neben Jan van Eyck als einer der wichtigsten Vertreter der „Flämischen Primitiven“.

Dreimal pro Jahr sind neue Stücke zu entdecken

Die permanente Ausstellung zu den Burgundern wird etwa alle 4 Monate ausgewechselt, denn aus Gründen der sicheren Konservation von solch hochsensiblen Schriften, Miniaturen und Büchern können diese nicht ständig Licht ausgesetzt werden.

Sara Lammens, die Direktorin der KBR, sagte dazu gegenüber VRT NWS: „Die Regel ist, dass diese Handschriften 4 Monate lang ausgestellt werden dürfen, um danach für 3 Jahre wieder ins Dunkle gebracht zu werden. Also können wir dreimal pro Jahr einige Ausstellungsstücke austauschen, was uns die Möglichkeit bietet, unseren Besuchern jedes Mal neue Dokumente zeigen zu können.“

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Zuschüsse vom belgischen Staat und aus Flandern

Der Aufbau des Museumsbereichs, der sich direkt neben dem KBR im prächtigen und altehrwürdigen Palast Karls von Lothringen aus dem 18. Jahrhundert und in der sogenannten „Nassau-Kapelle“ befindet, wurde mit Mitteln der staatlich-belgischen Gebäuderegie und dem Tourismusministerium des belgischen Bundeslandes Flandern finanziert. Eröffnet wurde der Bereich bereits im Oktober 2019 mit der Ausstellung „The World of Bruegel in Black and White“.

Die Kuratoren der KBR rechnen mit bis zu 100.000 Besuchern aus dem In- und Ausland zu normalen Zeiten. In diesen Corona-Zeiten freut man sich aber schon über jeden Besucher aus der Region oder aus dem eigenen Land. Die Bibliothek und das angeschlossene Museum geben sich alle Mühe, ihre Besucher in den Sprachen Niederländisch, Französisch, Deutsch und Englisch zu informieren – was in Belgien leider selten genug ist.

Die Königliche Bibliothek von Belgien (KBR), Kunstberg, 1000 Brüssel. Info: www.kbr.be

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