Strengere Corona-Maßnahmen für Brüssel: Cafés, Bars und Festsäle müssen einen Monat schließen

In der Region Brüssel-Hauptstadt werden alle Cafés, Bars und Festsäle ab Donnerstag für einen Monat geschlossen. Das hat der Krisenrat der Region am Mittwochmorgen entschieden. Die Restaurants bleiben weiterhin geöffnet.

  • Neben Cafés, Bars und Festsälen müssen auch Teestuben sowie die Sportkantinen der Profi- und Amateurklubs schließen. 
  • Der Alkoholkonsum wird rund um die Uhr auf dem gesamten Grundgebiet verboten. 
  • Spielhallen müssen, wie die Nightshops, bereits um 22 Uhr zumachen. 
  • Saalsportwettkämpfe müssen ohne Publikum stattfinden.
  • Verkosten auf Märkten bleibt nach wie vor verboten.

Mit diesen strengeren Maßnahmen will die Hauptstadt-Region verhindern, dass der Druck auf die Gesundheitsversorgung zunimmt.

In den Brüsseler Krankenhäusern sind 15 Prozent der Betten auf den Intensivstationen inzwischen mit Covid-19-Patienten belegt. In zwei Krankenhäusern beträgt der Besetzungsgrad mittlerweile 25 Prozent. „Wenn wir nicht eingreifen, wird sich die Lage verschlimmern“, sagte Ministerpräsident Rudi Vervoort (PS). „Das Virus hat sich auf die gesamte Region ausgebreitet.“

Laut Ministerpräsident Vervoort wird das Spiel der Roten Teufel gegen die Elfenbeinküste am Donnerstagabend im König-Baudouin-Stadion wohl stattfinden, da für den Profisport andere Regeln gelten würden. Statt der ursprünglich 11.000 Zuschauer, sollen nur noch 7.000 im Stadion zum Freundschaftsspiel zugelassen werden.

Madrid, Brüssel, Paris: die Top-3 der Corona-Fälle

Brüssel zählt nach Madrid und vor Paris die höchste Pro-Kopf-Anzahl neuer Corona-Fälle aller europäischen Hauptstädte. Diese Positionierung muss im Raum gestanden haben, als sich die 19 Brüsseler Bürgermeister, der Ministerpräsident der Hauptstadt-Region RudI Vervoort, Gesundheitsminister Alain Maron (Ecolo) und Gesundheitsexperten am Mittwochmorgen im Krisenrat getroffen haben. 

In der Hauptstadt-Region werden durchschnittlich 540 neue positive Corona-Fälle pro Tag registriert.. Sie übertrifft damit um vieles andere Provinzen mit ebenfalls hohen Ansteckungszahlen: Lüttich (durchschnittlich 340 neue Fälle pro Tag), Hennegau (316) und Antwerpen (296).

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Jeder siebte Test in der Region ist positiv

Vom 26. September bis zum 2. Oktober wurden fast 32.000 Personen in der Hauptstadt-Region getestet. Mehr als 4.400 Tests, fast jeder siebte, fielen positiv aus. Dies ist die höchste Anzahl positiver Testergebnisse auf Landesebene. Nur die Provinz Lüttich kommt mit jedem neunten Test, der positiv ausfällt, in die Nähe.

Die Zahl der Infektionen pro 100.000 Einwohner ist in fast allen Brüsseler Gemeinden besonders hoch. Besonders schlecht sind die Zahlen jedoch in Molenbeek (unten), Sint-Jost-ten-Node, Koekelberg und Ganshoren. In Molenbeek wurden zuletzt über 800 Fälle pro 100.000 Einwohner registriert.

Stark betroffen von der Corona-Ansteckung sind die Zwanzigjährigen in Brüssel, gefolgt von den Teenagern und den Dreißigjährigen. Jetzt aber werde das Virus auch vermehrt auf die höheren Altersgruppen übertragen, erklärte Vervoort die Maßnahmen für das gesamte Brüsseler Grundgebiet. 

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