Kauf/Verkauf und Preis von Wohnungen und Häusern nach Lockdown deutlich gestiegen

Nach der landesweiten Ausgangssperre im Frühjahr ist der Immobilienverkauf im Juli, August und September spürbar gestiegen. Gleichzeitig gingen auch die Preise in die Höhe. Der aktuelle Umsatz auf dem privaten Wohnungsmarkt liegt allerdings noch hinter dem Umsatz des vorigen Jahres zurück.

Im April, Mai und Juni 2020 waren die Umsatzzahlen im Haus- und Wohnungsverkauf stark gesunken. Erst im dritten Quartal legten die Immobilientransaktionen wieder zu und stiegen, im Vergleich zu 2019, um 11,6 Prozent, so die Angaben auf der Branchenwebsite notaris.be.

Insbesondere im August (+13,4 Prozent) und im September (+19,9 Prozent) wurden wieder mehr Häuser und Wohnungen verkauft und gekauft.

Aufholbewegung


Bart van Opstal, Sprecher der belgischen Notarvereinigung betonte, dass sich die Käufer nach der Aufhebung der Ausgangssperre regelrecht auf den Wohnungsmarkt gestürzt hätten. „Es handelt sich um eine Aufholbewegung, da während des Lockdowns keine Transaktionen möglich waren.“ Häufig wurden die Geschäfte schnell beschlossen, was die Preise auch wieder steigen ließ.

„Das wir aber nur vorübergehend so sein, die Aufholbewegung wird früher oder später zum Stillstand kommen“, so van Opstal.

Der belgische Immobilienmarkt hat noch nicht dasselbe Niveau wie 2019 erreicht. Zwischen dem 1. Januar und 30. September 2020 verzeichnen die Notare 3,5 Prozent weniger Transaktionen als im vergangenen Jahr.

Wallonie bereits erholt, Brüssel und Flandern liegen zurück

Im Süden des Landes scheint sich die Lage wieder normalisiert zu haben. Der Unterschied zu 2019 beträgt nur mehr -0,5 Prozent. In Flandern und in der Region Brüssel sind die Immobilientransaktionen um je 4,7 und 6,9 Prozent gesunken. Besonders schwere Einbußen wurden in Antwerpen (6,6 Prozent) und in Ostflandern (6,5 Prozent) festgestellt.

Preise gestiegen

Nach der Aufhebung des Lockdowns sind auch die Preise angezogen. Der durchschnittliche Preis für ein Haus in Belgien beträgt 274.409 Euro: ein Anstieg von 4,7 Prozent oder umgerechnet +12.000 Euro im Vergleich zu 2019.

Unten: der durchschnittliche Hauspreis in den belgischen Provinzen und in Brüssel

Für eine Wohnung müssen durchschnittlich 243.818 Euro hingeblättert werden (+6,7 Prozent oder +15.000 Euro mehr). Auch der Preisanstieg ist zeitlich begrenzt und wird nur so lange anhalten, wie die Aufholbewegung dauert, glaubt van Opstal.

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