© VRT - Geert Van Hoeymissen

Kritischer Bericht von Audit Flandern deckt bei der VRT eine Reihe von Unregelmäßigkeiten auf

Audit Flandern, das Kontrollsystem der flämischen Verwaltung, hat einen kritischen Bericht über das Funktionieren einiger Abteilungen des öffentlichen Rundfunks VRT verfasst. Die Revision war eine Folge des Konflikts an der Spitze der VRT Ende letzten Jahres. Daraufhin mussten sowohl CEO Paul Lembrechts, wie auch Medien- und Produktionsdirektor Peter Claes den flämischen Rundfunk verlassen.

Die Revision untersuchte, ob Prozesse, Anforderungen und Richtlinien die geforderten Standards des öffentlichen Dienstes erfüllen. Der Bericht von Audit Flandern bringt nun eine Menge großer und kleinerer Fehler ans Licht, die von verschiedenen Abteilungen der VRT gemacht wurden.

Dazu gehört laut einer Pressemitteilung des Rundfunks die Nichtbeachtung oder Umgehung der Ausschreibungsregeln. Das Audit erwähnt z.B. den Bau eines Bühnenbilds, bei dem die VRT sich nicht für den günstigen Anbieter entscheidet, und es vorzieht, mit einem anderen Lieferanten zusammenzuarbeiten.

Dem Auditbericht zufolge hat die VRT auch beim Vertragsmanagement und bei den Folgemaßnahmen Defizite. Wenn eine Fernsehproduktion Ressourcen benötigte und eine Reihe von Einkäufen tätigte, ist nicht immer klar, was danach mit dem gekauften Material geschaht. Es scheint auch, dass nicht immer überprüft wurde, ob zusätzlich eingekauftes Material wirklich benötigt wurde.

Integrität und Nulltoleranz

Darüber hinaus gibt es auch einen Interessenkonflikt - lies: Vetternwirtschaft - bei Verträgen für bestimmte Mitarbeiter.  Die kritische Überprüfung macht deutlich, dass es bei manchen Mitarbeitern der VRT Probleme mit der Integritätskultur gab.

Die öffentlich-rechtliche Rundfunkanstalt will nun ihre Kontrollmechanismen verbessern, damit in Zukunft schneller Alarm geschlagen wird und solche schwerwiegenden Fehler nicht mehr gemacht werden können. Das schreibt Frederik Delaplace, seit August der neue Geschäftsführer der VRT.

"Von nun an gibt es keine Toleranz mehr für die Nichteinhaltung der Regeln und für jeden Mangel an Integrität", so Delaplace. "Die Kontrolle der korrekten Einhaltung der Regeln und der Deontologie (Ethik als Pflichtenlehre) wird mit sofortiger Wirkung verstärkt".

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