Streik bei De Lijn: Vor allem in den flämischen Städten weniger Busse und Straßenbahnen

Infolge eines 24-Stunden-Streiks bei der flämischen Nahverkehrsgesellschaft De Lijn fahren heute in allen Provinzen Flanderns weniger Busse und Straßenbahnen. Die drei Gewerkschaften protestieren gegen eine geplante Reorganisation bei einem Teil des Verkehrsunternehmens, unter anderem bei der Bereitschaftsbusvermittlung und bei der Schülerbeförderung. Der Streik ist ein Erfolg für die Gewerkschaften - zwei Drittel der Fahrer von De Lijn fahren nicht - aber da die Subunternehmer nicht streiken, fahren 60% aller Fahrer insgesamt immer noch.

Der 24-stündige Streik begann Freitagmorgen um 5 Uhr. Nur ein Drittel der Fahrer von De Lijn waren am Arbeitsplatz, aber da die Subunternehmer nicht streiken, sind die Unannehmlichkeiten vielerorts geringer. Gegen 9 Uhr morgens fuhren etwa 60 Prozent aller Fahrer, einschließlich der Subunternehmer.

Die meisten Unannehmlichkeiten gibt es daher in den Städten und auf den Straßenbahnnetzen in allen flämischen Provinzen. "Zum Beispiel gibt es in der Provinz Antwerpen vor allem große Probleme in der Stadt Antwerpen", sagt De Lijn-Sprecherin Karen Van der Sype. "Auch in Gent gibt es viele Verspätungen im Stadtnetz, sowohl auf den Straßenbahn- als auch auf den Buslinien. Auch in den Stadtregionen Brügge und Kortrijk und eigentlich auf allen Buslinien von und nach Brüssel". Auch die Küstenstraßenbahn wurde von dem Streik ziemlich hart getroffen.

Im Regionalverkehr, d.h. außerhalb der Städte, sind die Folgen des Streiks weniger schwerwiegend, da De Lijn diese Fahrten häufiger auslagert. Diese Linien werden von unabhängigen Busunternehmen bedient, die mit eigenem Personal Fahrten für De Lijn durchführen.

Die Unterbrechung wird den ganzen Tag andauern, und auch die Nachtnetze könnten infolge des Streiks Probleme bekommen.

Es ist ein Streik gegen die Politik und viel weniger gegen De Lijn
Roger Kesteloot, Generaldirektor von De Lijn

Es gibt auch streikbedingte Probleme in der Bereitschaftsbuszentrale. Die Telefonzentrale ist telefonisch nicht erreichbar, aber digitale Reservierungen sind möglich. Denken Sie jedoch daran, dass einige Bereitschaftsbusfahrten ohnehin nicht gefahren werden. Die Sonderbusse, die seit Montag die stark frequentierten Linien zu den Schulen verstärken, fahren. Der Bus von De Lijn, der normalerweise davor fährt, wird jedoch möglicherweise nicht fahren.

Die meisten ‚Lijnwinkel‘ (dt.: Lijn-Läden), die Kartenvorverkaufsläden des Verkehrsunternehmens, bleiben ebenfalls geschlossen, mit Ausnahme der Läden in Ypern, Turnhout, Kortrijk und Ostende sowie des mobilen Lijn-Shops von Sint-Truiden.

Reisende können diesen Link ab 6 Uhr morgens nutzen, um herauszufinden, ob ihr Bus oder ihre Straßenbahn fährt. Echtzeitinformationen über Ihre Fahrt finden Sie auch auf der Haltestellenseite der De Lijn-App. 

Gewerkschaften: Eine ungewisse Zukunft für Arbeitnehmer über 50

Der Grund für den Streik ist eine mögliche Reorganisation u.a. in Bereitschaftsbuszentrale und im Schülertransport, wodurch 50 Beschäftigte bei De Lijn vom Verlust ihres Arbeitsplatzes bedroht sind.

Die Bereitschaftsbuszentrale, die die Buchungen der Busfahrten aufnimmt und bearbeitet, und der Schülertransport werden in ein neues, flämisches Mobilitätszentrum ausgelagert. Welches Unternehmen dies betreiben wird, muss noch entschieden werden. De Lijn hat in Zusammenarbeit mit einem anderen Unternehmen ebenfalls beantragt, dieses neue Mobilitätszentrum zu übernehmen.

Wenn ein anderes Unternehmen dieses Mobilitätszentrum betreiben wird, werden die betroffenen Mitarbeiter wahrscheinlich mit den gleichen Lohn- und Beschäftigungsbedingungen wie bei De Lijn dorthin wechseln können. Aber bisher gibt es hierfür keine harten Garantien. 

Das Einzige, was wir nicht versprechen können, ist absolute Arbeitsplatzsicherheit für alle. Offenbar war das Grund genug, einen Streik auszurufen
Roger Kesteloot

Die Gewerkschaften befürchten, dass De Lijn diese Mitarbeiter verpflichten wird, den Arbeitgeber zu wechseln und fordern, dass die Mitarbeiter weiterhin bei De Lijn arbeiten können, da sie in der Regel über 50 Jahre alt sind und eine lange Betriebszugehörigkeit aufweisen. Ein Arbeitsplatzwechsel dürfte für die Betroffenen weitreichende und negative Konsequenzen haben, argumentieren die Gewerkschaften. 

"Streik gegen die Politik"

Der Generaldirektor von De Lijn, Roger Kesteloot, bedauert den Streik. Er weist darauf hin, dass die geplante Reform eine politische Entscheidung der flämischen Regierung war. "Es ist daher ein Streik gegen diese Politik und viel weniger gegen De Lijn", findet er.

Er betont, das Verkehrsunternehmen habe sich verpflichtet, die betroffenen Mitarbeiter so weit wie möglich zu unterstützen, einschließlich der Beibehaltung der Gehälter und Arbeitsbedingungen. "Das Einzige, was wir nicht versprechen können, ist absolute Arbeitsplatzsicherheit für alle. Offenbar war das Grund genug, einen Streik auszurufen". 

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