Auch das noch: Ehepaar aus Kampenhout starb, nachdem es sich mit Malaria infiziert hatte

In Kampenhout, im flämischen Brabant, starb Ende letzten Monats ein Ehepaar, nachdem es sich mit Malaria infiziert hatte. Das ist in Flandern äußerst selten. Die Landesbehörde für Pflege und Gesundheit vermutet, dass eine Malariamücke über einen der benachbarten Flughäfen in unser Land eingeschleppt worden ist. Das Insekt ist jetzt mit ziemlicher Sicherheit tot.

Malaria ist eine Infektionskrankheit, die von Parasiten der Gattung Plasmodium hervorgerufen wird. Sie wird heutzutage hauptsächlich in den Tropen und Subtropen (Afrika, Asien und Südamerika) durch den Stich einer weiblichen Stechmücke (Moskito) der Gattung Anopheles (Foto) übertragen.

Außerhalb dieser Gebiete lösen gelegentlich durch den Luftverkehr eingeschleppte Moskitos die sogenannte „Flughafen-Malaria“ aus. Hierbei sind alle Personen im direkten Umfeld von Flughäfen gefährdet, z. B. Flughafenbedienstete oder Anwohner. (Quelle: Wikipedia)

Symptome einer Malariainfektion sind Fieber, Schüttelfrost, Muskelschmerzen und Kopfschmerzen, denen oft ein grippeähnliches Gefühl vorausgeht. Malaria kann geheilt werden, aber wenn sie nicht behandelt wird, kann sie tödlich sein. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) schätzt, dass es im Jahr 2018 weltweit 228 Millionen Malariainfektionen gab. Mehr als 405.000 Menschen starben daran, vor allem in Afrika.

"Keine anderen Infektionen"

Außerhalb subtropischer Gebiete kommt die Anopheles-Mücke nicht vor. Die flämische Landesbehörde für Pflege und Gesundheit vermutet deshalb, dass eine Mücke über einen der beiden Flughäfen in der Nähe der Ortschaft Kampenhout in unser Land eingereist ist. "Das Paar lebte nur wenige Kilometer von den Flughäfen Zaventem und Melsbroek entfernt, eine Entfernung, die eine Mücke zurücklegen kann. Es ist die einzig mögliche Erklärung dafür, wie die Mücke in unser Land gekommen ist und den Weg zu den Opfern gefunden hat", sagt Behördensprecher Joris Moonens.

Die Mücke müsse mit ziemlicher Sicherheit inzwischen tot sein, so die Behörde. "Das Ehepaar wurde Mitte September gestochen und infiziert. Die Mücke konnte nicht überlebe, weil es hier inzwischen zu kalt geworden ist. Es wurden auch keine anderen Menschen gestochen. Sie wären schon lange an Malaria erkrankt, und das würde nicht unbemerkt bleiben. Es ist also fast sicher, dass es keine anderen Infektionen gegeben hat.“

Die Flughäfen unternehmen große Anstrengungen, um die Ausbreitung tropischer Moskitos in unserem Land zu verhindern, sagt Joris Moonens. "Flüge aus Hochrisikogebieten werden desinfiziert. Es gibt auch Insektenfallen auf den Flughäfen. Man kann es aber nie ganz ausschließen, dass eine gefährliche Stechmücke durch die Maschen des Netzes schlüpft. Und genau das scheint hier geschehen  sein".

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