Premierminister De Croo: „Bis Ende des Monats möchte ich, dass die Testkapazität verdoppelt wird"

Aufgrund der stark zunehmenden Zahl von Corona-Infektionen in Belgien steht die Testkapazität unter Druck. Gegenwärtig finden im Durchschnitt täglich mehr als 35.000 Tests statt. Bis Ende dieses Monats muss sich die Testkapazität verdoppelt haben, so der neue belgische Premierminister Alexander De Croo (Open VLD, flämische Liberale, Foto) in den VRT-Fernsehnachrichten („Het Journaal“)

Testen, testen, testen. Das ist entscheidend für einen gut funktionierenden Corona-Bekämpfung. Was die Testkapazität betrifft, so ist unser Land im internationalen Vergleich führend, so der Regierungschef. Aber die Kapazität müsse noch erheblich gesteigert werden, meint er. "So viel steht fest: Bis zum Ende des Monats möchte ich diese Kapazität verdoppelt haben".

"Wir bereiten alles vor, um diese Kapazität zu verdoppeln. Das ist ein wichtiges Element, um sicherzustellen, dass Personen, die einen risikoreichen Kontakt hatten, getestet werden und schnell herausfinden können, wie ihre Situation ist", so der Premierminister.

Ich verurteile das Verhalten einiger Studenten auf dem Oude Markt, dem Ausgehviertel der Unistadt Löwen

De Croo wiederholt, er sei sich bewusst, dass die Regierung nach der erneuten Verschärfung der Corona-Maßnahmen viel von der Bevölkerung verlangt. "Es dauert alles schon sehr lange. Aber unser Verhalten bestimmt die Überlebenschancen der gefährdeten Menschen. Wir tragen selbst die Verantwortung".

Eine der strengeren Maßnahmen ist die Sperrstunde der Kneipen, die auf 23:00 Uhr vorverlegt wurde. Donnerstagabend war die letzte Nacht, in der Bars bis 1:00 Uhr geöffnet bleiben durften. Auf dem Oude Markt, dem bekannten Ausgehviertel in der Unistadt Löwen („Längste Theke des Landes“) missachteten Dutzende von Studenten die Grundregeln gegen COVID 19. Es kam dort sogar zu Schlägereien. "Das ist nicht gut, das verurteile ich", antwortet Premierminister De Croo. "Dies sind junge Menschen, die offensichtlich nicht verstanden haben, was ihre Verantwortung in der Gesellschaft ist“.

"Gesunder Menschenverstand"

Eine neuer totaler Lockdown, davon will der Premierminister nichts wissen. Das betonte er letzte Woche in seiner Regierungserklärung. Aber wir befinden uns derzeit an einem "wichtigen Punkt", um ein weiteres Abrutschen der Corona-Epidemie zu verhindern, dessen ist sich De Croo bewusst. Er fordert "gesunden Menschenverstand".

"Es ist unser Verhalten, das darüber entscheidet, ob wir zusätzliche Maßnahmen ergreifen müssen. Jedenfalls glaube ich, dass wir heute intelligentere Maßnahmen ergreifen können, als wir es im März und April tun mussten", sagt De Croo. "Irgendwann sagten wir damals, dass die Menschen nicht einmal auf einer Parkbank sitzen sollten".

Aber der Premierminister will den genauen Unterschied zwischen möglicherweise noch strengeren Maßnahmen und einem echten Lockdown noch nicht klären. "Ich werde dem nicht vorgreifen, zumal ich glaube, dass wir das vermeiden können“.

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