ROBIN UTRECHT

Reform der Besteuerung neuer Kraftfahrzeuge in Flandern nach Dieselgate

In Flandern wird am 1. Januar eine neue Kraftfahrzeugsteuer in Kraft treten, kündigte der flämische Finanzminister Matthias Diependaele (N-VA) am Freitag an. Dies ist eine direkte Folge des Dieselgate-Skandals, der den organisierten Betrug mit den CO2-Emissionsnormen aufdeckte. Bisher wurden die  Inbetriebsetzungssteuer und die jährliche Kfz-Steuer noch nach den alten Standards für Verbrauch und Emissionswerte berechnet. 

Seit Dieselgate wurden auf europäischer Ebene neue Emissionsnormen, die so genannten WLTP-Normen, in Kraft gesetzt. Das neue Prüfverfahren WLTP (Worldwide Harmonised Light-Duty Vehicles Test Procedure) soll realitätsnähere Werte für Verbrauch und Schadstoffausstoß von Fahrzeugen liefern, als es bisher der Fall war. Seit dem 1. September 2018 gilt das neue WLTP-Prüfverfahren für alle Fahrzeuge, die neu zugelassen werden. Die neue flämischen Kfz-Steuer trägt dieser Entwicklung Rechnung, wie von der Europäischen Union gefordert.

Ausnahmeregelungen für Plug-in-Hybride und erdgasbetriebene CNG-Fahrzeuge werden abgeschafft. Für die musste bis Ende 2020 keine Inbetriebsetzungssteuer und jährliche Kfz-Steuer gezahlt werden. Damit ist ab dem 1. Januar 2021 Schluss.  Elektroautos hingegen behalten ihre Steuerfreiheit. Ab 2012 wird die Inbetriebsetzungssteuer eines Neuwagens für 70,84% der auf dem Markt befindlichen Fahrzeuge gesenkt, in 28,84% der Fälle wird sie zum Teil erheblich erhöht.

Die Verteuerung betrifft die schadstoffreichsten Autos und die Verbilligung wird hauptsächlich den Stadt- und Familienautos zu gute kommen.
Minister Matthias Diependaele

Bei der jährlichen Kfz-Steuer betragen die Anpassungen nur ein paar Euro. Gebrauchtwagen sind von diesen Änderungen nicht betroffen. Auch für geleaste Autos, deren Besteuerung vom Bund verwaltet wird, wird sich nichts ändern.

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