Dekadenz und dunkle Träume. Der belgische Symbolismus in der Alten Nationalgalerie in Berlin

Erstmals findet in Deutschland eine umfangreiche Gesamtschau des belgischen Symbolismus statt, mit Unterstützung der Königlichen Kunstmuseen Belgiens und privaten Leihgebern aus Flandern von Antwerpen und Gent bis Brügge und Ostende. 

Die Ausstellung wirft einen eindringlichen Blick auf den lustvollen Blick einer übersättigten Gesellschaft in den Abgrund. Der morbide Reiz zwischen Thanatos und Eros sind Themenfelder in der Kunst, die Ende des 19. Jahrhunderts insbesondere im belgischen Symbolismus ihren Ausdruck fanden.

Den belgischen Symbolismus zeichnet seine Vorliebe für eine morbide und dekadente Themen aus. Schon um die Jahrhundertmitte werden mit Antoine Wiertz Tod und Verfall zu Leitmotiven in der Kunst, die sich bis zu Bildhauern wie George Minne und dem Meister des Absurden James Ensor verfolgen lassen.

Mathieu Lecouturier - Photographie

Zur zentralen Gestalt avanciert in diesem Kontext die ‚femme fatale‘ als Ausdruck von Überfluss und Wollust etwa im Werk von Fernand Khnopff (Foto, oben). Bei Felicien Rops oder auch Jean Delville gesellt sich hier der Aspekt des Esoterischen und Dämonischen hinzu.

Brüssel war Ende des 19. Jahrhundert zugleich die europäische Drehscheibe für Ausstellungen unterschiedlichster Kunststile und hatte an der Etablierung und Verbreitung des Symbolismus einen hohen Anteil. Belgien fungierte in vielen Bereichen der Kunst als Scharnier zwischen England und dem Kontinent, ebenso war die Achse Paris-Brüssel besonders eng.

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Die große Sonderausstellung  mit über 180 Werken u.a. von James Ensor, Fernand Khnopff, Léon Spilliaert und Félicien Rops, widmet sich dieser in den 1880er-Jahren entstandenen Kunstströmung mit Brüssel als ein Hauptzentrum.

Die Ausstellung "Dekadenz und dunkle Träume. Der belgische Symbolismus“ läuft in der Alten Nationalgalerie, Staatliche Museen zu Berlin seit dem 8.09.2020 und noch bis zum 17.01.2021

Image courtesy of LUKAS - ART IN FLANDERS vzw

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