Krankes Pferd Ease kommt zu Fuß nach 100 Kilometern endlich in Pferdeklinik in Lummen an

Das kranke Pferd Ease (Foto links) aus Overijse (zwischen Brüssel und Löwen), das in der Equitom- Pferdeklinik in Lummen behandelt werden soll, ist am Freitagnachmittag nach einer mehrtägigen Wanderung dort eingetroffen. Da das Tier im Pferdeanhänger so verängstigt wurde und sich danach weigerte dort einzusteigen, brachte die Besitzerin das Pferd zu Fuß in die Klinik, die auf die Behandlung der seltenen Pferdekrankheit spezialisiert ist. Am Montag soll Ease operiert werden.

Nach einer Wanderung von 100 Kilometern wurden das Pferd Ease und seine Besitzerin Marianne Stas in Lummen in der Equitom-Pferdeklinik feierlich begrüßt. "Wir sind am Montag in Overijse losgegangen, und heute wurden wir unglaublich gut empfangen: Auf dem roten Teppich", sagte Marianne Stas VRT NWS. "Mein Pferd leidet am Wobbler-Syndrom und hier hat man sich darauf spezialisiert."

Pferde mit einem Wobbler-Syndrom entwickeln allmählich einen schlechteren, unsicheren Gang. Bei einer Rechtswendung knicken die Tiere häufig im linken Sprunggelenk ein. Im Schritt oder Trab werden die Beine ruckartig vorgeführt und plötzliches Anhalten bereitet Schwierigkeiten.

Das Pferd hat Koordinationsprobleme, die man mit jemandem vergleichen kann, der betrunken ist
Tierarzt Tom Mariën von der Equitom- Pferdeklinik in Lummen

Tom Mariën von der Pferdeklinik stand bereit, als Ease und Marianne ankamen. "Es ist nicht einfach  eine solche Strecke mit einem Pferd mit diesem Krankheitsbild zu absolvieren. Es wiegt 600 kg und misst 190 cm", erklärt Tierarzt Tom Mariën. "Das Pferd hat Koordinationsprobleme, die man mit jemandem vergleichen kann, der betrunken ist. 100 km auf der öffentlichen Straße mit einem betrunkenen Pferd, dann können Sie sich vorstellen, was für ein großes Herz diese Dame für ihr Pferd hat".

Am Montag wird der Tierarzt mit den notwendigen Untersuchungen beginnen. Wahrscheinlich wird eine Operation notwendig sein, um eine spätere Lähmung des Pferdes zu verhindern.

Vier Tage zu Fuß unterwegs

Eigentlich hätte die Operation schon am vergangenen Montag stattfinden sollen, aber als die Abfahrt in die Klinik anstand, lief alles schief. "Wir wollten Ease mit einem Pferdeanhänger transportieren", so  Marianne Stas. "Sie stieg erst auch ohne Probleme ein, geriet aber in Panik, als wir den Anhänger verlassen wollten. Wegen des Gleichgewichtsproblems des Pferdes fiel es hin und erlitt ein Trauma. Danach war es absolut unmöglich, es noch in den Anhänger zu locken. Die einzige Lösung bestand darin, zu Fuß zu gehen".

Die Wanderung von Overijse nach Lummen erwies sich als eine harte Reise. Ease und Marianne Stas wurden von einem weiteren Pferd und einer Freundin von Marianne begleitet. Die Gruppe war vier Tage unterwegs, bevor sie am Freitag ihr Ziel erreichten. „Wir mussten die großen Straßen vermeiden, denn das ist mit Pferden zu gefährlich", sagt die Pferdebesitzerin. „Ease war noch nie von zu Hause weg und ist den Verkehr nicht gewohnt. Deshalb nahmen wir nur noch Reit- und Waldwege, was die Wanderung auf 100 Kilometer verlängerte".

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