Virologe Steven Van Gucht erwartet Tage mit mehr als 10.000 Corona-Ansteckungen

„Die Corona-Zahlen in unserem Land steigen auf beunruhigende Weise an“, sagte der Virologe Steven Van Gucht am Montagvormittag im Rahmen der Pressekonferenz des staatlichen Gesundheitsamtes Sciensano. Am vergangenen Mittwoch lag der Tageswert bei 6.505 Infizierungen. Van Gucht geht von Tagen aus, an denen über 10.000 positive Covid-19-Tests erfolgen. Der Virologe rät die Bevölkerung Belgiens eindringlich dazu, die engeren Kontakte auf ein Minimum zu beschränken. 

An diesem Montag lag der Wert bei durchschnittlich 4.154 positiven Coronatests, so Van Gucht, doch „am vergangenen Mittwoch, den 7. Oktober, zählten wir 6.505 bestätigte Infizierungen. Das ist die höchste Zahl bisher. Wir sehen eine Verdoppelung der Zahlen etwa alle 8 Tage. Wenn dieses Tempo so weiter anhält, dann haben wir noch diese Woche 10.000 Ansteckungen.“ Die hohe Zahl der neuen Infizierungen mit Covid-19 würden landesweit festgestellt und sie beträfen alle Altersklassen, so Van Gucht:

„Die über 20-Jährigen bilden weiter die Spitze, doch wir sehen eine deutliche Verschiebung in Richtung der Älteren. Bei den 30- bis 70-Jährigen verdoppeln sich die Zahlen. Auch bei denen, die älter als 90 Jahre alt sind, erleben wir einen starken Anstieg. In den vergangenen Wochen verzeichneten wir hier 260 Infizierungen.“ Der Virologe rät der Bevölkerung Belgiens eindringlich dazu, die engeren Kontakte auf ein Minimum zu beschränken: „Modelle zeigen und, dass dies den größten Effekt hat. Das kann den Unterschied zwischen hohen Spitzenwerten und einem Abflachen der Infektionskurve machen.“

Modelle zeigen und, dass dies den größten Effekt hat. Das kann den Unterschied zwischen hohen Spitzenwerten und einem Abflachen der Infektionskurve machen.“

Steven Van Gucht rät zur Einschränkung von engen Kontakten

Inzwischen steigen auch die Zahlen der Krankenhausaufnahmen von Corona-Patienten weiter an, was sich auf die Arbeit des Gesundheitswesen auswirkt, so Van Gucht: „Wir erleben eine Verdopplung der Zahlen alle 10 Tage und die Zahl der Patienten, die intensiv behandelt werden müssen, verdoppelt sich alle 18 Tage. Hält dieses Tempo an, dann können Ende des Monats 500 Patienten auf Intensiv liegen und im Laufe des Novembers können daraus 1.000 Patienten werden. Dann sind wir von den Spitzenwerten der ersten Corona-Welle nicht mehr weit entfernt.“

Derzeit verfügt Belgien über 2.000 Intensivbetten, die für Covid-19-Patienten vorgesehen sind. Einige Krankenhäuser müssen bereits Corona-Patienten in Partnerkliniken verlegen lassen, andere eröffnen bereits, so sie denn können, eine zweite Covid-Abteilung. Inzwischen werden Operationen und andere Behandlungen schon von Fall zu Fall verlegt und verschoben. Dramatisch ist inzwischen der Umstand, dass sich inzwischen immer mehr Krebspatienten in Belgien dazu entscheiden, ihre Behandlungen abzubrechen, weil sie Angst vor einer Corona-Ansteckung beim Arzt oder in der Klinik haben. 

UZ Leuven

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