Die wallonische Regionalhauptstadt Namür

Covid-19: Drastischere Maßnahmen in einigen Provinzen in der Wallonie

Die Gouverneure der beiden wallonischen Provinzen Wallonisch-Brabant und Luxemburg haben eine nächtliche Ausgangssperre verfügt. Das bedeutet, dass sich in diesen Provinzen niemand ohne Grund zwischen 1 Uhr nachts und 6 Uhr am frühen Morgen auf der Straße aufhalten darf. Damit wollen die Gouverneure die rasche Ausbreitung von Corona in ihren Provinzen eindämmen.

Diese Ausgangssperre für die wallonischen Provinzen Wallonisch-Brabant und Luxemburg gilt ab Dienstag um Mitternacht. Die Ausgangssperre wurde zunächst für die Dauer von 14 Tagen verfügt. Vor allem in der südlichen Provinz Luxemburg sind die Zahlen aktuell sehr hoch und hier werden private Feiern und das nächtliche Ausgehverhalten als Gründe ausgemacht.

In Wallonisch-Brabant gilt die Universitätsstadt Louvain-La-Neuve als Corona-Hotspot, denn offenbar halten die dort Studierenden nicht viel von den Corona-Maßnahmen der belgischen Bundesregierung. Inzwischen haben sich hier schon mindestens 600 Studierende mit Covid-19 angesteckt. Viele Studenten kehren überdies zum Wochenende zurück nach Hause in ihre Heimatorte, wo sie das Virus, so sie denn infiziert sind, weitergeben.

Wallonien ist stark betroffen

In Wallonisch-Brabant gilt auch ein nächtliches Verkaufsverbot für Alkohol. Er musste durchgreifen, sagte Provinzgouverneur Gilles Mahieu gegenüber den VRT-Mittagsnachrichten: „Wir müssen versuchen, das Virus zurückzuhalten und wir müssen die Risikogruppen schützen. Deshalb haben wir diese Maßnahmen ergriffen, die für so wenig Leute wie möglich spürbar sind. (…) Es gibt natürlich Ausnahmen, z.B. wenn die Menschen zur Arbeit gehen. Dann dürfen sie natürlich das Haus verlassen.“

Inzwischen denken aber auch die Gouverneure der wallonischen Provinzen Hennegau und Namür an schärfere Maßnahmen, wie z.B. eine nächtliche Ausgangsbeschränkung. In der wallonischen Provinzhauptstadt Namür liegt die Zahl der Covid-19-Infizierten ebenfalls sehr hoch. In der Provinz Lüttich will man sich an die Regelungen halten, die von der belgischen Bundesregierung erlassen werden. 

Studierende in Louvain-La-Neuve

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