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Abwasseruntersuchungen in Löwen geben an, dass die Stadt stark vom Coronavirus betroffen ist

In der Universitätsstadt Löwen in der Provinz Flämisch-Brabant haben Studien im Abwassersystem aufgezeigt, dass das Coronavirus Covid-19 hier in hohem Maße zugegen ist. Vor zwei Monaten waren hier noch kaum Spuren von Corona im Abwasser zu finden, doch dies hat sich in der letzten Zeit verändert. Nach Feststellungen der Forscher sind fast alle Löwener Stadtviertel betroffen.

Wissenschaftler der Universität Löwen (KU Leuven) untersuchen das Abwasser der Stadt schon seit geraumer Zeit. Darin können z.B. Spuren von Drogen gefunden werden oder von abgelassenen giftigen Flüssigkeiten. Heute untersuchen die Forscher das Löwener Kanalsystem aber nach Hinweisen auf das Coronavirus Covid-19 und sie sind fündig geworden, wie Prof. Bert Aertgeerts gegenüber VRT NWS erklärt: „Wir sammeln Abwasserproben seit dem vergangenen Jahr. Damals war das noch nicht wegen Corona, doch derzeit sind wir dabei zu prüfen, ob und wann sich Proben zum ersten Mal positiv auf Corona färben.“

„Seit zwei Monaten forschen wir in einigen Vierteln nach, ob wir Spuren von Corona finden. Am Anfang war fast nichts zu sehen, doch jetzt färben sich fast alle Viertel rot. Dort, wo die Resultate der Abwässer positiv sind, finden sich auch viele Corona-Infizierungen. Wir können allerdings nicht herausfinden, ob es sich dabei um Studenten handelt oder um Menschen, die hier leben“, so der Professor.

Interessant ist an diesen Abwasser-Untersuchungen, dass man Corona schon feststellen kann, bevor man die Leute auf Covid-19 testet. Aufgrund der Forschungsergebnisse kann die Stadt Löwen lokal schneller eingreifen und eventuelle Ansteckungsherde ausmachen. „Wir versuchen jetzt herauszufinden, wie lange vorher Spuren von Corona im Abwasser entdeckt werden können, um später einschätzen zu können, wo Infektionsherde zu erwarten sind“, so KUL-Prof. Bert Aertgeerts gegenüber VRT NWS. Dann könnte man vorherschon präventiv vorgehen…

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