Maasmechelen und die Angst vor Cafébesuchern aus den Niederlanden

Die Stadt Maasmechelen in der flämischen Provinz Limburg an der Grenze zu den Niederlanden macht sich gerade große Sorgen. Seit der niederländische Regierungschef Marc Rutte (CDA) am Dienstag seinem Land strengere Maßnahmen verordnet hat, befürchtet man dort einen Ansturm von Niederländern in der Gastronomie und speziell in Cafés und Kneipen. Noch im Juni lag dieser Sachverhalt genau umgekehrt. Die meisten anderen flämischen Grenzgemeinden und -städte erwarten keine großen Probleme mit Gästen aus den Niederlanden. 

Raf Terwingen (CD&V), der Bürgermeister von Maasmechelen, hofft, dass die niederländischen Behörden ihre Landsleute selbst daran hindern, jetzt massiv nach Belgien zu kommen. Seine Gemeinde in Limburg liegt genau an der Grenze zu Niederländisch-Limburg und das bereitet ihm Sorgen, denn er befürchtet, dass die Menschen aus dem Nachbarland jetzt hierherkommen, um sich in der Gastronomie Maasmechelens zu amüsieren, jetzt, wo dies im eigenen Land kaum noch möglich ist.

Terwingen erinnert die Niederländer an die Situation im Juni dieses Jahres: „Da, wo es vor einigen Monaten unsere Verantwortung war, dafür zu sorgen, dass die Belgier nicht in die Niederlange gingen, ist es jetzt vielleicht an ihnen, dies im Auge zu behalten. Es besteht die Gefahr, dass sich Niederländer über die Grenze wagen. Und das würde für mehr Druck auf dem Kessen sorgen. Es liegt an den Niederlanden dafür zu sorgen, die Leute zu Hause zu halten.“

Würde das nicht so sein, dann riskieren sie das, was sie in den Cafés in Maastricht vermeiden wollen, nämlich dass sich die Niederländer in den Kneipen von Maasmechelen niederlassen, so der besorgte Bürgermeister: „Es liegt nicht an mir, doch Grenzkontrollen in den Niederlanden wären eine gute Idee. (…) De facto plädiere ich für Grenzkontrollen, doch es liegt nicht an mir, den niederländischen Politikern einen Rat zu erteilen…“

Inzwischen gab es aber bereits eine Videokonferenz zwischen den Innenministern Belgiens und der Niederlande, um genau dieses Thema zu besprechen. 

Wie sehen andere flämische Grenzgemeinden mit den Niederlanden die Sache?

Die meisten anderen flämischen Grenzgemeinden zu den Niederlanden sehen die Sache etwas gelassener als Maasmechelen. Terwingens limburgische Kollegen in Lanaken, Pelt und Maaseik rechnen damit, dass die niederländische Polizei Grenzkontrollen bei der Ausreise ihrer Landleute durchführen wird. Maaseiks Bürgermeister Johan Tollenaere (Open VLD) ist sogar gänzlich gegen solche Kontrollen.

In der Provinz Antwerpen wollen die Grenzorte Kapellen, Putte und Stabroeck lediglich ein Auge auf die Gastronomiebetriebe halten und gegebenenfalls die Polizei auf den Plan rufen, genauso, wie in Postel, Mol und Ravels. Die Kirmes in Putte wird aus Vorsorge allerdings am Abend geschlossen. Im Polderdistrikt Berendrecht-Zandvliet-Lillo hat man keine Befürchtungen, denn dort gibt es kaum Kneipen oder Cafés. Die Bürgermeister von Hoogstraten, Essen, Kalmthout, Turnhout, Merksplas und der Enklave-Gemeinde Baarle-Hertog rufen lediglich ihre niederländischen Nachbarn dazu auf, vernünftig zu bleiben und nicht über die Grenze zu kommen.

Ostflandern hat nur im Norden der Provinz eine kurze Grenze zu den Niederlanden, doch in Zelzate ist man der Ansicht, dass sich die Gäste aus den Niederlanden schlicht und einfach an die in Belgien geltenden Regeln zu halten haben und in Sint-Gillis-Waas, wo man ohnehin viele niederländische Gäste hat, will man auf jeden Fall die Grenze offen halten, schon aus wirtschaftlichen Gründen. In Westflandern ist nur der mondäne Küstenbadeort Knokke-Heist betroffen, doch hier erwartet man kaum viele Kunden aus den Niederlanden. Hier sei das Wetter schon nicht mehr so schön, dass zusätzliche Gäste anreisen würden, hieß es dort dazu. 

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