Verschärfung der Corona-Vorschriften ab Montag: „Bitte keine letzte Party mehr am Wochenende“

Der belgische Gesundheitsminister Frank Vandenbroucke (SP.A) hat die Bevölkerung aufgerufen, am Wochenende zu Hause zu bleiben: „Nutzt euren Verstand und bleibt die letzten Stunden nicht alle in der Kneipe hängen. Das wäre wirklich nicht klug.“ Auch die Virologen des Gesundheitsinstituts Sciensano appellieren an die Bürger, nicht noch profitieren zu wollen, bevor die verschärften Maßnahmen am Montag in Kraft treten.

Weil die Corona-Neuinfektionen sich in Belgien von Woche zu Woche so gut wie verdoppeln und der Druck auf die Krankenhäuser und das Gesundheitspersonal steigt, hat die belgische Regierung strengere Maßnahmen zur Bekämpfung der Epidemie ergriffen. Landesweit müssen Cafés und Restaurants einen Monat lang schließen und zwischen Mitternacht und 5 Uhr morgens gilt eine Ausgangssperre. Die Kontaktmöglichkeiten werden auf 1 weitere Person außerhalb des Haushalts eingeschränkt.

Warum bis Montag warten?

Die Maßnahmen müssen in einen ministeriellen Erlass gegossen und zuerst im Belgischen Staatsblatt veröffentlicht werden: „Das ist nicht vor Montag machbar“, erklärte Gesundheitsminister Vandenbroucke (Foto unten): „Ohne diesen Erlass sind keine Sanktionen möglich.“

Ein Herbstspaziergang als vernünftige Alternative

Dass wieder eine schwierige Zeit anbricht, ist auch den Mitgliedern des Nationalen Krisenzentrums klar, die die Regierung beraten. „Die Zahlen konfrontieren uns mit der harten Realität“, sagt dessen Sprecher Yves Stevens (Foto unten). „Wir werden uns alle bemühen müssen. Das kann aufs Gemüt gehen, Mutlosigkeit und  Frust auslösen. Wir sollten unseren Alltag dennoch nicht von der Epidemie beherrschen lassen, sondern auch entspannende Momente einbauen. Leider ist nicht mehr alles erlaubt. „Deshalb sollten wir uns auf Dinge fokussieren, die wohl noch erlaubt sind, zum Beispiel einen Herbstspaziergang machen. Egal, welche Pläne wir haben, wir sollten auf jeden Fall darauf achten, dass wir das Virus nicht einladen.“

Und die Flandern-Rundfahrt? Hinter dem Bildschirm

Auch beim Sporttreiben sind die Hygiene- und Gesundheitsvorschriften einzuhalten, betont Yves Stevens vom Nationalen Krisenzentrum. Für das größte Sportereignis des Jahres in Flandern, die Flandern-Rundfahrt am Sonntag, hat er nur einen Rat auf Lager: „Schauen Sie sich das Rennen im Fernsehen an. Wir sollten in diesen Zeiten schon froh sein, dass die Veranstaltung überhaupt stattfindet. Das ist den Organisatoren, den Rettungsdiensten und lokalen Behörden zu verdanken. Respektieren Sie ihre Bemühungen und die der Teilnehmer. Denken Sie auch an ihre eigene Gesundheit und bleiben Sie in diesem Jahr zu Hause. Genießen Sie den Radsportklassiker zu Hause vom Sofa aus.“

Mit einem eindringlichen Appell rief Virologe Stevens die Bürger auf, „… am Wochenende Verantwortung zu übernehmen. Machen Sie keine Pläne. Dummheiten werden wir bar bezahlen müssen.“

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