Grünes Licht für Ineos für den Bau von zwei Chemiefabriken im Antwerpener Hafen

Flanderns Umweltministerin Zuhal Demir (N-VA) hat dem sogenannten „Project One“ des britischen Chemieriesen Ineos zum Bau von zwei neuen Fabriken im Hafen von Antwerpen die letzten beiden Genehmigungen erteilt. Ineos will hier rund 5 Mia. € investieren. Das Unternehmen ist aber an Auflagen gebunden. Gegen das Projekt gibt es Proteste von Seiten von Umweltschützern, denn den Bauarbeiten fällt ein Wald zum Opfer, der allerdings ein nachgepflanzter Nutzwald ist.

Für dieses größte Bauprojekt im Chemiesektor im Antwerpener Hafen seit Jahrzehnten - hier werden zwei neue Werke zur Herstellung von Plastikprodukten entstehen - muss ein 49 ha großes Waldstück abgeholzt werden.

Dieses Waldstück ist zwar ein ausgewiesener Nutzwald, der auf dem Hafengelände, sprich auf Industriegelände gepflanzt wurde, doch nach Ansicht von Umweltschützern ist er als Luft- und Kohlenstofffilter inzwischen gerade hier sehr wichtig geworden.

Flanderns Umweltministerin Demir trägt bei der Erteilung der letzten beiden Baugenehmigungen mit beiden Interessen Rechnung. Zum einen erinnerte auch sie jetzt wieder daran, dass es sich hier um ein Industriegelände handelt, auf dem abgeholzt werden könne, zum anderen aber verpflichtet sie Ineos im Rahmen dieser Genehmigungen vertraglich, die gesamte Waldfläche zu kompensieren.

Das britische Chemieunternehmen hat sich selbst dazu verpflichtet, 6 weitere Hektar Wald auf Eigeninitiative zum Naturschutz und als Kohlenstofffilter an anderer Stelle zu pflanzen.

Und doch sind die flämischen Grünen (Groen) auf Landesebene und als Opposition im Stadtrat von Antwerpen weiter enttäuscht.

„Flandern muss in den Hafen der Zukunft investieren. Demir erteilt jetzt eine Genehmigung für umweltverschmutzende Technologien aus der Vergangenheit. Plastikfabriken, die mit Steuergeldern für Umweltverschmutzung sorgen, entsprechen nicht der Idee von nachhaltigen zukunftsgerichteten Investitionen“, hieß es bei Groen zu diesem Vorgang.  

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